Die Siegessäule am Großen Stern ist mit ihrer vergoldeten „Goldelse“ eines der bekanntesten Wahrzeichen Berlins – und mit 4,50 Euro Eintritt die günstigste Aussichtsplattform der Stadt. 285 Stufen führen auf 51 Meter Höhe, mit Blick über den Tiergarten zum Brandenburger Tor, Reichstag, Potsdamer Platz und Fernsehturm. Hier finden Sie Öffnungszeiten, Preise, Geschichte, Anfahrt und Tipps für den Aufstieg.
Siegessäule auf einen Blick
- Adresse: Großer Stern, Straße des 17. Juni, 10785 Berlin-Tiergarten
- Öffnungszeiten: Sommer täglich 9:30–19:00 Uhr; Winter täglich 9:30–17:30 Uhr; 24. Dezember geschlossen
- Eintritt: 4,50 € Erwachsene, 3,50 € ermäßigt; Tickets nur an der Kasse vor Ort, nur Barzahlung
- Höhe: 67 m gesamt, Aussichtsplattform 51 m, 285 Stufen, kein Aufzug
- Anfahrt: S-Bahn Bellevue (S3/S5/S7/S9), U9 Hansaplatz, Bus 100 und 187 direkt am Großen Stern
- Dauer: 30–45 Minuten
Was ist die Siegessäule?
Die Siegessäule wurde 1864 bis 1873 nach Plänen von Heinrich Strack errichtet – zunächst als Denkmal für den preußischen Sieg im Deutsch-Dänischen Krieg, dann erweitert um die Siege über Österreich und Frankreich. Obenauf steht die 8,3 Meter hohe, 35 Tonnen schwere und vergoldete Viktoria, die Berliner nennen sie liebevoll „Goldelse“. Die drei Säulentrommeln sind mit vergoldeten Kanonenrohren aus den drei Kriegen geschmückt, die Mosaiken im Säulenumgang stammen von Anton von Werner.
Ursprünglich stand die Säule vor dem Reichstag. 1938/39 ließ sie Albert Speer im Zuge der Planungen für die „Welthauptstadt Germania“ an den Großen Stern versetzen und um eine Trommel erhöhen – deshalb ist sie heute 67 statt 60 Meter hoch. Nach dem Krieg wollten die Franzosen die Säule sprengen, Briten und Amerikaner verhinderten es. Die bronzenen Reliefs am Sockel, die die französische Besatzung 1945 abmontiert hatte, kamen erst 1987 zur 750-Jahr-Feier Berlins aus Paris zurück. Seit den 1990ern ist die Siegessäule auch Symbol der Loveparade und des Berliner CSD – vom preußischen Kriegsdenkmal zum Wahrzeichen einer offenen Stadt.
Der Aufstieg: 285 Stufen zur Aussichtsplattform
Der Zugang führt durch einen der vier Fußgängertunnel unter dem Kreisverkehr des Großen Sterns – oberirdisch ist die Säule nicht zu erreichen. Im Sockel befinden sich die Kasse und eine kleine Ausstellung zur Geschichte des Denkmals. Danach geht es über eine enge Wendeltreppe mit 285 Stufen nach oben; einen Aufzug gibt es nicht, die Plattform ist deshalb nicht barrierefrei und für Menschen mit Herz- oder Kreislaufproblemen nicht geeignet. Rechnen Sie mit 10 Minuten für den Aufstieg, mit Pausen auf den Zwischenpodesten.
Oben belohnt die Plattform in 51 Metern Höhe mit einem 360-Grad-Blick: Ostwärts liegt die Straße des 17. Juni wie ein Lineal auf das Brandenburger Tor und den Fernsehturm zu, nördlich sehen Sie Schloss Bellevue und den Hauptbahnhof, südlich den Potsdamer Platz, westlich den Funkturm und bei klarer Sicht den Grunewald. Die Plattform ist schmal – zu Stoßzeiten am Wochenende wird es eng, aber die Wartezeit ist selten länger als 15 Minuten.
Öffnungszeiten und Eintritt 2026
Im Sommer ist die Siegessäule täglich von 9:30 bis 19 Uhr geöffnet, im Winter täglich von 9:30 bis 17:30 Uhr (die genauen Umstellungstermine veröffentlicht der Betreiber vor Ort). Am 24. Dezember bleibt sie geschlossen. Der Eintritt kostet 4,50 Euro, ermäßigt 3,50 Euro – Tickets gibt es nur an der Kasse vor Ort (ausschließlich Barzahlung), und die Säule ist in keinem City Pass enthalten. Wer die Ausstellung im Sockel besucht, ohne aufzusteigen, zahlt ebenfalls den regulären Eintritt.
Anfahrt
Die Buslinie 100 – Berlins berühmte Sightseeing-Linie vom Bahnhof Zoo zum Alexanderplatz – hält direkt an der Haltestelle Großer Stern, ebenso der Bus 187. Mit der S-Bahn fahren Sie bis Bellevue (S3, S5, S7, S9) und laufen 10 Minuten durch den Tiergarten; mit der U9 bis Hansaplatz, ebenfalls 10 Minuten. Vom Brandenburger Tor ist die Siegessäule ein 25-minütiger Spaziergang über die Straße des 17. Juni – vorbei am Sowjetischen Ehrenmal, einer der schönsten Wege der Stadt. Parkplätze gibt es am Großen Stern keine; am Bahnhof Zoo und am Potsdamer Platz stehen Parkhäuser.
Hinweis für Herbst 2026: Bis 12. Dezember halten Regional- und Fernzüge wegen der Stadtbahn-Sperrung nicht am Hauptbahnhof (obere Stadtbahnebene), Zoo, Friedrichstraße und Alexanderplatz; die S-Bahn (S3/S5/S7/S9) fährt weiter. Aktuelle Sperrungen finden Sie auf Berlin aktuell.
Praktische Tipps
Beste Zeit: Vormittags unter der Woche ist es am ruhigsten; für Fotos ist das Licht am späten Nachmittag am besten, wenn die Sonne die Goldelse von Westen anstrahlt. Kinder: Für Kinder ab etwa sechs Jahren ist der Aufstieg ein Abenteuer, Kinderwagen müssen unten bleiben. Fotografieren: Auf der Plattform erlaubt; der klassische Blick entsteht aber vom Boden, aus der Mitte der Straße des 17. Juni (Fußgängerüberweg beachten). Kombinieren: Schloss Bellevue (Sitz des Bundespräsidenten, 5 Minuten), das Haus der Kulturen der Welt, der Tiergarten mit dem Café am Neuen See und das Brandenburger Tor liegen alle in Gehweite – ein halber Tag im Tiergarten. Barrierefreiheit: Die Ausstellung im Sockel ist über die Tunnel erreichbar, die Plattform nur über die Treppe.
Siegessäule, Fernsehturm oder Funkturm?
Die Siegessäule ist die niedrigste und günstigste der drei Berliner Aussichtsplattformen – und die einzige, die man erklimmt statt hochfährt. Der Blick ist intimer und näher an den Wahrzeichen als vom Fernsehturm (368 m, ab 20 Euro online) und zeigt das grüne Zentrum der Stadt, während der Funkturm (147 m) den Westen überblickt. Für 4,50 Euro und eine halbe Stunde ist die Siegessäule der beste Einstieg – vor allem für Besucher, die zum ersten Mal in Berlin sind.
Häufige Fragen zur Siegessäule
Wie viele Stufen hat die Siegessäule? 285 Stufen bis zur Aussichtsplattform in 51 Metern Höhe. Es gibt keinen Aufzug.
Was kostet der Eintritt? 4,50 Euro, ermäßigt 3,50 Euro, Tickets nur an der Kasse vor Ort und nur gegen Barzahlung.
Wann ist die Siegessäule geöffnet? Im Sommer täglich 9:30–19 Uhr, im Winter täglich 9:30–17:30 Uhr; am 24. Dezember geschlossen.
Wie komme ich zur Siegessäule? Bus 100 oder 187 bis Großer Stern, S-Bahn Bellevue oder U9 Hansaplatz, dann 10 Minuten zu Fuß durch den Tiergarten. Der Zugang führt durch die Fußgängertunnel.
Warum heißt die Statue Goldelse? Die vergoldete Viktoria auf der Spitze bekam ihren Spitznamen von den Berlinern – in Anlehnung an einen populären Roman des 19. Jahrhunderts.
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