Der Reichstag in Berlin

Das Reichstagsgebäude am Platz der Republik ist der Sitz des Deutschen Bundestages und eines der bedeutendsten Wahrzeichen von Deutschland.

Das macht den Reichstag auch zu einer der wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Berlin.

Der historische Bau ist nicht seit 1999 das meistbesuchte Parlament der Welt. 

Seit seiner feierlichen Eröffnung im Jahre 1894 unter Kaiser Wilhelm II., hat das von Paul Wallot im italienischen Renaissance-Stil entworfene Bauwerk zahlreiche Missstände überstanden.

In Brand gesetzt, erobert, fast abgerissen, verlassen, verhüllt und schlussendlich dennoch wieder auferstanden, verkörpert es wie kaum ein anderes Gebäude die bewegende Geschichte Deutschlands.

Reichstag: Besuch und Führungen 

Wenn Sie mögen, können Sie die Kuppel, die Dachterrasse und das dortige Restaurant besuchen. 

Selbst einer Sitzung im Plenarsaal können Sie beiwohnen und an einer der 90-minütigen Führungen durch das Reichstagsgebäude teilnehmen. Auch Audioguides in verschiedenen Sprachen stehen dem Besucher zur Verfügung.

Das alles ist kostenlos, jedoch nur mit vorheriger Anmeldung möglich. 

Anmeldung für die Besichtigung

Für einen Besuch beim Bundestag können sich Einzelpersonen und Gruppen anmelden. Für eine bequeme Terminanfrage steht ein Online-Formular zur Verfügung, eine Anmeldung ist aber auch per Fax möglich.


Kurzentschlossene, die spontan die Kuppel besichtigen möchten, können sich persönlich in der Serviceaußenstelle des Besucherdienstes in der Nähe des Reichstagsgebäudes, neben dem Berlin-Pavillon an der südlichen Seite der Scheidemannstraße, zum Kuppelbesuch anmelden. Bei freien Platzkapazitäten werden dort bis zu zwei Stunden vor dem Besuchstermin personenbezogene Zutrittsberechtigungen ausgestellt. Es ist auch möglich, einen Besuchstermin für die nachfolgenden zwei Tage zu erhalten.

Aufgrund der erhöhten Sicherheitsmaßnahmen des Deutschen Bundestages benötigt das Restaurant ebenfalls Namen, Vornamen und Geburtsdaten von allen Gästen mindestens 48 Stunden im Voraus. Diese werden an den Polizei- und Sicherheitsdienst weitergeleitet. Für den Einlass ist ein gültiges Ausweisdokument mit Lichtbild notwendig.

Reichstag: Öffnungszeiten

Die Kuppel des Reichstagsgebäudes ist täglich von 8:00 bis 24:00 Uhr geöffnet. Der letzte Einlass ist um 22:00 Uhr.

Anfahrt zum Reichstag

Der Reichstag im Herzen Berlins kann dank seiner zentralen Lage über verschiedene Wege einfach erreicht werden. Am besten gelangen Sie mit der Buslinie 100, der direkt am Reichstag hält, zum historischen Bau. Alternativ können Sie ganz einfach mit der U-Bahn U55 vom Hauptbahnhof zur Haltestelle „Bundestag“ fahren.

Kuppel des Reichstags in Berlin in Deutschland

Kuppel des Reichstags

Nachdem die Kuppel beim Reichstagsbrand im Jahre 1933 vollständig zerstört wurde, musste sie im Jahre 1957 wegen Einsturzgefahr gesprengt werden. Erst in der Umbauphase ab 1994, wurde sie unter dem britischen Architekten Sir Norman Foster als gläserne Kuppel neu errichtet.

Die begehbare Glaskuppel liegt auf der 24 Meter hohen Dachterrasse des Reichstags und hat einen Durchmesser von 38 Metern sowie eine Höhe von 23,5 Metern. An ihrer Innenseite winden sich zwei spiralförmige Rampen zu einer Aussichtsplattform auf 40 Höhenmetern hinauf. 

Die nachträglich entworfene Glaskuppel über dem Plenarsaal des Deutschen Bundestages prägt heute das Stadtbild nachhaltig. Sie hat sich zur vielbesuchten Attraktion und darüber hinaus zu einem Wahrzeichen Berlins entwickelt. Von der Kuppel, aber auch von der Dachterrasse und dem dortigen Restaurant haben Besucher einen fantastischen Blick auf die deutsche Hauptstadt. 

Die Geschichte des Reichstags

Etliche historische Ereignisse und Wendepunkte der deutschen Geschichte sind mit dem Reichstag verbunden, weswegen er auch als Spiegel deutscher Geschichte gilt.

Um das neu entstandene Parlament des 1871 gegründeten Deutschen Kaiserreichs ein würdigen Regierungssitz zu bieten, ließ Kaiser Wilhelm II. das Reichstagsgebäude errichten. Nach einer zehnjährigen Bauphase wurde das Bauwerk 1894 fertiggestellt. 

Geschichte schrieb das Gebäude bereits 1918, als vom Balkon des Reichstags die Weimarer Republik ausgerufen wurde. Von nun an, bis zur Machtübernahme Hitlers, diente es als Reichstag der Weimarer Republik. 

Der Reichstag im Dritten Reich

Mit der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 kommt es zur Machtübernahme der Nationalsozialisten. Kaum ein Monat später, am  27. Februar 1933, erlebt der Reichstag eines seiner dunkelsten Stunden: Flammen schlagen aus der Kuppel des Reichstags. Der Plenarsaal und mehrere umliegende Räume brennen völlig aus. Der Reichstag liegt in Flammen. Selbst heute ist nicht eindeutig geklärt, wer der wahre Brandstifter war. Die Alleintäterschaft des linksgerichteten Holländers Marinus van der Lubbe scheint zweifelhaft. Fakt ist jedoch, dass die NSDAP Nutznießer war, markierte der Reichstagsbrand doch den Anfang der Nazi-Diktatur. 

Auch wenn der Reichstag formal als Verfassungsorgan und Gesetzgeber bis zum Ende der nationalsozialistischen Diktatur 1945 fortbestand, kann man hier lediglich von einem „Scheinparlament“ reden, mit dem das NS-Regime nur den Eindruck erwecken wollte demokratisch legitimiert zu sein. Faktisch war der Reichstag zu dieser Zeit ohne jegliche politische Bedeutung und nicht demokratisch. 

Der Reichstag im Zweiten Weltkrieg


Im Zweiten Weltkrieg fungierte das Reichstagsgebäude als Lazarett und Luftschutzbunker. Zeitweise wurden hier Funkröhren hergestellt und die Entbindungsstation der nahegelegenen Charité einquartiert. 

Aufgrund seines hohen Symbolwerts nahm die Eroberung des Gebäudes 1945 eine wichtige Rolle für die Rote Armee ein. Während der Schlacht um Berlin wurde der ohnehin durch den Reichstagsbrand teils-zerstörte Reichstag stark beschädigt. 

Nach dem Sieg der Roten Armee am 30. April 1945, hissten zwei russische Soldaten die rote Sowjetflagge auf dem Dach des Gebäudes, was das Ende des Zweiten Weltkrieges in Europa sowie das Ende der NS-Diktatur versinnbildlichte. Hunderte russische Soldaten verewigten anschließend an der Westwand der Plenarsaalebene ihre Namen oder Botschaften mit Kohle oder Kreide. Die Inschriften sind heute noch zu sehen.

Der Reichstag während der innerdeutschen Teilung

Der Reichstag während der innerdeutschen Teilung

Nachdem Berlin 1945 von den Besatzungsmächten in vier Sektoren aufgeteilt wurde, befand sich der nun fast völlig zerstörte Reichstag in Westberlin. Das Gebäude konnte aufgrund der Teilung und der „Berlin-Blockade“ von 1948, als die Sowjetunion alle Versorgungswege nach Westberlin abgesperrt hatte, den im Jahre 1947 beschlossenen Abriss entrinnen.

Das in Trümmern liegende Gebäude wurde wegen seines Symbolgehalts als Sinnbild der deutschen Einheit des Öfteren als Kulisse für Reden genutzt. So appellierte 1948 Ernst Reuter, der damalige Bürgermeister von Berlin, vor der Ruine des Reichstagsgebäudes an die Bevölkerung und die Westmächte, Westberlin nicht der Sowjetunion preiszugeben.

Dieser Symbolgehalt war mit ein Grund warum sich 1955 der Deutsche Bundestag in Bonn dazu entschließ das Reichstagsgebäude wieder aufzubauen, auch wenn die Nutzung im geteilten Deutschland ungewiss war. Beauftragt wurde 1961 der Architekt Paul Baumgarten, der den Wiederaufbau ohne Kuppel in modernisierter Form plante und leitete. Erst 1973 wurde der Umbau vollständig beendet.

Seit dem Bau der Berliner Mauer 1961 verlief diese unmittelbar an der Ostseite des Reichstags. Während der Teilung befand sich im leerstehenden Gebäude ein Museum über den Bundestag und die Geschichte des Reichstags. Des Weiteren fanden hier zur Zeit der Teilung Ausschuss- und Fraktionssitzungen, sowie zahlreiche weitere Veranstaltungen und Ausstellungen statt.

Nach der Wiedervereinigung

Als man 1991 den Umzugs des Parlaments nach Berlin sowie die dauerhafte Nutzung des Reichstags als Parlamentsgebäude beschloss, wurde infolge der Bau vom Architekten Norman Foster grundlegend umgestaltet. Auch die charakteristische Glaskuppel entstand während dieser Umbauarbeiten.

Bei dem Kunstprojekt „Verhüllter Reichstag“ des Künstlerpaars Christo und Jeanne-Claude, war das Reichstagsgebäude im Jahr 1995 zwei Wochen lang mit einer riesigen, silberfarbenen Plane verhüllt. Die Kunstaktion erregte weltweites Aufsehen und lockte in den beiden Wochen fünf Millionen Besucher an.

Am 19. April 1999 fand schließlich die Schlüsselübergabe an den damaligen Bundestagspräsidenten Wolfgang Thierse sowie die erste Plenarsitzung statt. Seither tagt hier der Deutsche Bundestag. 

Neben wechselnden Ausstellungen, birgt das Reichstagsgebäude auch eine bedeutende Kunstsammlung.

Nahe Sehenswürdigkeiten

  • Großer Tiergarten
  • Brandenburger Tor
  • Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas
  • Sowjetisches Ehrenmal im Tiergarten
  • Madame Tussauds
  • Gedenkort Weiße Kreuze
  • Bundeskanzleramt
  • Regierungsviertel
  • Denkmal für die ermordeten Juden Europas (Holocaust-Mahnmal)

Adresse, Zahlen & Fakten

  • Adresse: Platz der Republik 1, 11011  Berlin
  • Öffnungszeiten: Täglich von 8 bis 24 Uhr; letzter Einlass: 22 Uhr
  • Hinweis: Besuch nur nach Anmeldung möglich
  • Eintrittspreis: Eintritt frei
  • Webseite: https://www.bundestag.de/besucher
  • Erbaut: 1884 – 1894
  • Architekt: Paul Wallot, erster Umbau: Paul Baumgarten; zweiter Umbau und Glaskuppel: Sir Norman Foster
  • Baustil: Elemente aus Klassizismus, Barock und Renaissance 
  • Bedeutung heute: Sitz des Deutschen Bundestages, Berliner Wahrzeichen
  • Anfahrt:  Mit der Buslinie 100 bis „Berlin Reichstag/Bundestag“. Mit der U-Bahn U55 bis „Bundestag“

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