Guide für einen Besuch der Museumsinsel

Die Berliner Museumsinsel ist das größte Museumsensemble der Welt und ist seit 1999 UNESCO-Weltkulturerbe. Mit dem Pergamonmuseum, dem Neuen Museum/Ägyptischen Museum, dem Alten Museum, der Alte Nationalgalerie und dem Bode Museum befinden sich hier gleich fünf weltbekannte Museen. Die Nofretete, der Pergamonaltar und das Ishtar-Tor zählen zu den wichtigsten Ausstellungsstücken. Seit 2019 werden die Gäste in der James-Simon-Galerie als zentralem Eingangsbereich begrüßt. 

Geschichte der Museumsinsel

Die Museumsinsel war im Mittelalter eine sumpfige Flussaue. Das Fleckchen Erde mitten in der Spree wurde seit der Gründung Berlins für allerlei Zwecke genutzt. Zunächst wurde hier eine Orangerie für Südfrüchte und exotische Pflanzen errichtet.

Später ließ König Friedrich Wilhelm I. die wirtschaftliche Nutzung des Geländes ausbauen. Danach verwandelte sich die Orangerie zu einem Packhof, in dem Waren gelagert wurden.

Erst unter König Friedrich Wilhelm II. wurde 1797 der Gedanke aufgegriffen, ein Museum für die Ausstellung von Kunstschätzen zu errichten. Die Idee wurde 1830 mit der Eröffnung des Alten Museums verwirklicht. In den nächsten 100 Jahren öffneten die anderen vier Museen ihre Pforten. Der Name Museumsinsel wurde 1870 vergeben. 

Nachfolgend geben wir Ihnen einen Überblick über die einzelnen Museen.

James-Simon-Galerie

Seit 2019 werden die Gäste der Museumsinsel in der James-Simon-Galerie als zentralem Eingangsbereich und Besucherzentrum begrüßt. Zurzeit befindet sich hier der alleinige Eingang zum Pergamonmuseum sowie ein unterirdischer Eingang zum Neuen Museum.

Nach Abschluss des Masterplans für die Museumsinsel 2024 jedoch, wir das Gebäude über die neue Archäologische Promenade mit vier der fünf Museen verbunden sein und so die Besuchermassen lenken.

Neben dem Kassen- und Eingangsbereich befindet sich im Haus ein Auditorium, ein Museumsshop, ein Café und Restaurant sowie Räumlichkeiten für Sonderausstellungen. Der Eintritt ist frei, ausgenommen sind Sonderausstellungen.

Neues Museum 

Das Neue Museum wurde zwischen 1843 und 1855 errichtet. Es ist der Kunst-, Museums- und Technikgeschichte des 19. Jahrhunderts gewidmet. 

Das Museum vereint das Ägyptische Museum und Papyrussammlung, das Museum für Vor- und Frühgeschichteund die Antikensammlung unter einem Dach.

Prunkstück der eindrucksvollen Sammlung des Ägyptischen Museums, das die Zeit von 3000 v. Chr. bis in die Zeit der Römer umfasst, ist zweifelsohne die weltberühmte Büste der Nofretete

Der Schädel des Neandertalers von Le Moustier, Heinrich Schliemanns Sammlung Trojanischer Altertümer und der „Berliner Goldhut“ sind die Höhepunkte des Museums für Vor- und Frühgeschichte, welches die Entwicklung von der Altsteinzeit bis ins Hochmittelalter repräsentiert.

Alte Nationalgalerie

Die Alte Nationalgalerie wurde von 1862 bis 1876 im Stil des Klassizismus und der Neorenaissance erbaut. 

Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde die Sammlung evakuiert. Das Haus wurde durch Bombenangriffe schwer beschädigt und nach Kriegsende zügig renoviert.

Nach dem Mauerfall wurden die während der Teilung Deutschlands getrennten Sammlungen wieder zusammengeführt und neu geordnet. Werke des 19. Jahrhunderts kamen in die Alte Nationalgalerie das, die des 20. Jahrhunderts in die Neue Nationalgalerie.

So werden heute im ersten Stock der Alten Nationalgalerie klassizistische Skulpturen und „Wege des Realismus“ gezeigt. Werke der Romantik, des Realismus und Impressionismus sind in der zweiten Etage ausgestellt. Arbeiten aus der Goethezeit und der Romantik können Sie im dritten Geschoss bewundern.

Zur Alten Nationalgalerie gehören außerdem die Skulpturenausstellung in der Friedrichswerderschen Kirche, die Ausstellung bildende Kunst des 20. Jahrhunderts in der Neuen Nationalgalerie, die Ausstellung zeitgenössischer Kunst im Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart Berlin, die Ausstellung Klassische Moderne im Museum Berggruen sowie die Ausstellung fantastischer Kunst der Sammlung Scharf-Gerstenberg.

Bewundern Sie auch den herrlichen Kolonnadenhof, der 2010 wiedereröffnet wurde. Die Idee, Kolonnaden als ein verbindendes architektonisches Element zu verwenden, stammte vom preußischen König Friedrich Wilhelm IV. selbst, der den Wunsch hegte, aus der Spreeinsel eine „Freistätte für Kunst und Wissenschaften“ zu machen. Neben den Kolonnaden ist der Hof auch mit Skulpturen, Büsten und herrlichen Gewächsen geschmückt, die mit den historischen Museumsgebäuden der Museumsinsel eine harmonische Symphonie bilden.

Pergamonmuseum

Das Pergamonmuseum wurde von 1910 bis 1930 errichtet. Das dreiflügelige Museum beherbergt die Antikensammlung, das Vorderasiatische Museum und das Museum für Islamische Kunst. Durch die imposanten Rekonstruktionen des Pergamonaltarsdes Markttors von Milet, dem Ischtar-Tor mit der Prozessionsstraße von Babylon, und der Mschatta-Fassade hat das Pergamonmuseum weltweiten Ruhm erlangt.

Im Zuge der Sanierung im Rahmen des „Masterplans Museumsinsel“ bleibt der Saal mit dem Pergamonaltar bis mindestens 2024 geschlossen. Der Nordflügel sowie der Hellenistische Saal sind ebenfalls geschlossen. Die Funde aus Uruk und Habuba Kabira sowie die Räume mit babylonischen, altiranischen und sumerischen Denkmälern sind ebenfalls nicht zugänglich. 

Der Südflügel des Pergamonmuseums mit dem Ischtar-Tor, der Prozessionsstraße und dem Museum für Islamische Kunst sowie der Saal mit dem Markttor von Milet sind geöffnet.

Die temporäre Ausstellung „Pergamonmuseum - Das Panorama“ thematisiert die Stadt Pergamon in römischer Zeit um 129 nach Christus und dient sozusagen als Gegenleistung für den geschlossenen Saal mit dem Pergamonaltar.

Bode Museum

Die Geschichte des Bode Museums geht in das Jahr 1904 zurück, als es als Kaiser-Friedrich-Museum die damals so genannten „hohen Künste“, Malerei und Skulptur, erstmals nebeneinander ausstellte.  Das Gebäude im Stil des Neubarock mit dem halbrunden Eingangstrakt, fällt mit der knapp 40 Meter hohen Kuppel mit Kupfereindeckung auf.

Im Zweiten Weltkrieg wurde auch dieses Gebäude schwer beschädigt und zwischen 1948 und 1986 stufenweise wiederhergestellt. 1956 wurde es nach seinem geistigen Schöpfer in Bode Museum umbenannt.

Der pittoreske Bau beheimatet die Skulpturensammlung, die eine der umfangreichsten Kollektionen in Deutschland präsentiert. Außerdem befinden sich hier das Museum für Byzantinische Kunst, das Werke und Alltagsgegenstände aus Westrom und dem Byzantinischen Reich zeigt, sowie das Münzkabinett mit einer der weltweit größten Geldstücke-Sammlungen. 

Im Münzkabinett ereignete sich 2017 ein Kriminalfall. Eine rund 100 Kilogramm schwere Big-Maple-Leaf-Goldmünze mit einem Nennwert von einer Million kanadischen Dollar, aber einem Materialwert von rund 3,8 Millionen Euro, wurde über Nacht entwendet. Die Tatverdächtigen wurden zwar später gefasst und verurteilt, doch die Münze selbst wurde nie gefunden.

Besonders in den Sommermonaten ist der Platz vor dem Gebäude ein beliebter Ort bei Museumsgängern, die eine Pause einlegen möchten. Vielleicht sehen Sie welche, wie sie auf der erhöhten Umrandung des Platzes sitzend, ihre Beine baumeln lassen und die Aussicht auf die Spree und die Umgebung genießen. Straßenmusiker sorgen bisweilen für musikalische Unterhaltung.

Altes Museum

Das Alte Museum, entstanden von 1823 bis 1830, beherbergt nicht nur eine bedeutende Antikensammlung, das Gebäude selbst zählt zu den hervorragenden Bauwerken des Klassizismus.

Auch dieses Gebäude wurde im Zweiten Weltkrieg durch alliierte Luftangriffe schwer beschädigt und brannte aus. Es wurde von 1951 bis 1966 größtenteils originalgetreu wiederhergestellt und als erstes Museum der Stadt wiedereröffnet. 

Heute beheimatet das Museum eine Antikensammlung, die die Kunst und Kultur der Griechen, Etrusker und Römer zeigt. Mit dem Münzkabinett wird die Präsentation des klassischen Altertums komplettiert.

Informationen über Museumsinsel

AdresseMuseumsinsel Besucherzentrum

James-Simon-Galerie
Bodestraße
10178 Berlin

Anfahrt mit öffentlichen VerkehrsmittelnTramlinien 12 und M1

→ Am Kupfergraben und 2 Minuten zu Fuß
U5 → Museumsinsel und 5 Minuten zu Fuß
Buslinien 100 und 300 → Museumsinsel und 5 Minuten zu Fuß

Sehenswürdigkeiten im Umkreis von 10 Gehminuten

Deutsches Historisches Museum 2 Minuten
Lustgarten 4 Minuten
Berliner Dom 5 Minuten
Bebelplatz 5 Minuten