Typisch Berlin: 18 Dinge, die es (fast) nur in Berlin gibt!

Auf dieser Seite finden Sie unsere Liste mit Dingen, die es (fast) nur in Berlin gibt, und somit "typisch Berlin" sind.

In Berlin begegnen Sie Einrichtungen und Dingen, die es nirgendwo anders gibt, zumindest fast nirgendwo anders. Sie prägen das Stadtbild maßgeblich, manche sind gar zum Kultstatus avanciert.

Und da gibt es die ganz speziellen Eigenarten der Berliner, mit denen nicht jeder gleich kann. Aber das ist dem Berliner, wie schon gesagt „schnurz piepe!“

Staunen und schmunzeln Sie beim Lesen dieses Artikels. Viel Spaß… 

1. Berlin ist Humor

Der Grundsatz des Berliners lautet: „Mit Humor geht alles besser. So schmunzelt er selbst dann, wenn es eigentlich gar nichts zu lachen gibt. Der Berliner liebt die Selbstironie, vor allem, wenn es um die Missgeschicke der Stadtplaner geht. Dabei werden gerne Sprüche aus der ehemaligen DDR umgewandelt. 

„Die vier größten Feinde der S-Bahn: Frühling, Sommer, Herbst, Winter.“ hieß es da zum Bespiel in Anspielung auf die vielen Zugausfälle bei den Berliner Verkehrsbetrieben, die aber keineswegs dem Wetter geschuldet sind. Oder „Niemand hat die Absicht, einen Flughafen zu eröffnen!“ Gemeint war natürlich das Desaster um die Eröffnung des Berliner Flughafens

Zu solchen Themen, die die Stadt bewegen, scheint die Fantasie beim Kreieren von Schlagzeilen schier grenzenlos und man muss sich nicht immer der DDR bedienen. Als zur Zeit der Flughafenpanne die „Alte Dame“ des deutschen Fußballs, Hertha BSC, abstieg, schrieb die Berliner Morgenpost: „Berlin ist, wenn man nicht mal einen Flughafen braucht, um rauszufliegen“. Ein Bonmot-Kracher war: „Hatten Sie schon mal ungeschützten Schienenersatzverkehr?“ Und die taz polterte: „Berlin kriegt keinen hoch!“ 

2. Berlin ist Berliner Schnauze 

Spöttisch-süffisant, schnörkellos, direkt und salopp. Das sind die Eigenschaften, die den typischen Berliner sehr gut beschreiben und die sich konkret in seiner Sprache zeigen, der Berliner Schnauze. Diese ist von einem derben Humor geprägt, der aber irgendwie immer herzlich rüberkommt. Deshalb ist die Rede von der Schnauze mit Herzoder von hart, aber herzlich.

Die Berliner Schnauze ist, wie oft angenommen wird, gar kein Dialekt. „Wie, keen Dialekt? Wat is dit denn für’n Quaak?“, würde gar manch ein Berliner erstaunt nachhaken. Berlinisch, wie die Sprache eigentlich heißt, ist ein Metrolekt. Es handelt sich dabei um eine Stadtsprache, die durch die Fusion von Dialekten und Sprachen unterschiedlicher Herkunft entstanden ist. 

Was die Berliner Schnauze ausmacht ist nicht nur die Art, wie die Berliner reden. Was zählt ist vielmehr das, was gesagt wird und welche Lebenseinstellung dahintersteckt. Berliner Schnauze bedeutet rauer Humor und brutale Ehrlichkeit. Diese wird, und das ist wichtig, oft ungefragt ausgesprochen. Sind Sie also nicht gleich beleidigt, wenn Sie einmal ganz unverhofft hart, aber herzlich angefahren werden.

Falls Sie sich für korrektes „Berlinern“ interessieren, können Sie ja schon mal anfangen, im Übersetzer für Berlinisch Ihre Lieblingswörter zu lernen. 

3. Berlin ist Duzen

Während ganz Deutschland darüber sinniert, ob es besser sei zu duzen oder zu siezen, hat die deutsche Hauptstadt die Antwort darauf schon längst gefunden. 

Die Berliner Verkehrsgesellschaft (BVG) wirbt mit dem Slogan „Weil wir dich lieben“, die Polizei versucht mit der Parole „Da für dich“ Nachwuchs zu rekrutieren und der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) lädt zu den Festivitäten zur Deutschen Einheit mit dem Wahlspruch „Nur mit Euch“.

Auch Sie werden es oft genug erleben, dass Sie von „Wildfremden“ einfach geduzt werden. Machen Sie sich nichts daraus und gewöhnen Sie sich einfach daran. Sie wissen ja bereits, dass die Berliner Schnauze direkt und salopp und hart, aber herzlich ist…

4. Berlin ist Ampelmännchen

Ein Relikt aus der DDR, die den ehemaligen sozialistischen Staat überlebt hat und heute eine Kultfigur ist, die sich weltweiter Beliebtheit erfreut. Die Ost-Ampelmännchen in rot und grün schmückten ab 1969 die Fußgängerampeln der DDR und wurden nach der Wiedervereinigung ab 1994 abgebaut; zum Unverständnis vieler. Musste denn wirklich alles mit der Marke „West“ ersetzt werden?...

Ein Designer aus Tübingen, der als Student nach Berlin kam, hatte die Idee, die abmontierten Ampelmännchen zu sammeln und aus ihnen Leuchten zu machen. Da wusste er noch nicht, dass sich daraus die Kultmarke Ampelmann entwickeln würde, die heute als Souvenirartikel viele Millionen Euro umsetzt. 

5. Berlin ist Retro-Fotoautomat

Kaum zu glauben, aber wahr! Die uralten 2x2x1 Meter großen Fotoboxen ziehen massenhaft Menschen an. Die wenigsten unter ihnen benötigen tatsächlich ein Passbild, schon gar nicht in schwarz-weiß.

Meistens sind es zwei, drei oder mehr Menschen und es geht schlichtweg um das einmalige Erlebnis des sich in den Automaten Quetschens und dieses Ereignis auf vier Passfotos festzuhalten. Besonders an Wochenenden bilden sich bisweilen Schlangen vor den Retro-Fotoautomaten, die in der Stadt verteilt zu finden sind. 

6. Berlin ist Waschsalon

Vom großen Waschsalon-Sterben kann in Berlin keine Rede sein; ganz im Gegenteil. Die Waschsalons sind Kult in der deutschen Hauptstadt und sind überall zu finden. Geschmückt mit Retro-Tapeten und manchmal sogar Kronleuchtern aus den 50ern und 60ern, läuft in den Waschsalons neben Waschmaschinen und Trocknern auch Musik. Studenten, Rentner, Singles und Arbeitslose treffen sich hier zum Kaffeeklatsch. 

7. Berlin ist „Späti“

Die Spätverkaufsstelle, kurz Spätkauf beziehungsweise noch kürzer Späti, ist nichts anderes als ein Kiosk, der auch außerhalb der üblichen Ladenöffnungszeiten geöffnet ist, manche sogar rund um die Uhr. 

Zumeist finden Sie hier Getränke und Tabakwaren, gelegentlich auch Zeitschriften, Lebensmittel sowie Dinge des täglichen Bedarfs. Doch den Kiez-Kult-Status hat der Späti dadurch erreicht, dass Menschen hier alkoholische Getränke, auf Garnituren vor dem Geschäft sitzend, zu Kiosk-Preisen genießen können. 

Der Begriff „Späti“ hat es 2017 sogar in den Deutschen Duden gebracht!

8. Berlin ist Bus 100, 200 und 300

Hop-On-Hop-Off-Sightseeing-Bustour für ganz wenig Geld gefällig? Einst Geheimtipp unter Berlin-Reisenden, hat es sich heutzutage längst herumgesprochen, dass die Buslinien 100, 200 und 300 entlang der wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt fahren und Sie, falls Sie ein 24-Stunden- beziehungsweise Wochenticket für die öffentlichen Verkehrsmittel oder die Berlin Welcome Card haben, an den Stationen beliebig aus- und wieder einsteigen können, um die Sehenswürdigkeiten Ihrer Wahl aus der Nähe betrachten zu können. Ganz Hop-On-Hop-Off eben, nur mit dem Unterschied, dass Sie sehr viel Geld sparen.

9. Berlin ist „Weg-Bier“

In der einen Hand das Handy, in der anderen die Flasche Bier. Was in anderen Städten verpönt ist, findet man in Berlin ganz normal. Die Subkultur hat sogar einen Namen; das Weg-Bier. Der Schluck aus der Pulle wird entweder nach Feierabend auf dem Weg nach Hause oder zum „Vorglühen“ während des Gangs in den Club genommen. 

Viele junge Amerikaner sind davon besonders angetan, denn bei ihnen zuhause ist das Trinken auf der Straße bei Strafe verboten. Für sie ist das Weg-Bier der Inbegriff von Freiheit. So sehen Sie überall Menschen mit dem Weg-Bier in der Hand. In den Straßen, an den Fluss- und Kanalufern, auf Brücken, in Parks oder gerade da, wo man günstig sein Bierchen aus der Pulle genießen kann.

10. Berlin ist „Cornern“

Party im Freien ist in Berlin dermaßen angesagt, dass es dafür auch schon ein eigenes Wort gibt: „Cornern“. Vom englischen Wort corner, Ecke, übernommen, hat das aber mit Nante, dem Berliner Eckensteher, nichts gemein. Der harrte ja stets an einer Ecke aus, bis vollbepackte Menschen vorbeikamen, denen er gegen etwas Kleingeld die Last abnahm. 

Die modernen Eckensteher feiern mit dem Weg-Bier in der Hand. So manche Straßenecke ist inzwischen schon angesagter als jede Bar. Unangenehm wird es allerdings, wenn mit massenhaftem Billig-Dosenbier aus dem Supermarkt ausgestattete Sauf-Touristen grölend in die Szeneviertel einfallen.  

11. Berlin ist Hausnummern-Chaos

Berlin ist bisweilen chaotisch, vor allen Dingen aber, wenn es um Hausnummern geht. Das fiel dem berühmten US-Schriftsteller Mark Twain schon damals auf, als er nach seinem Berlin-Besuch sagte: „Bei den Hausnummern herrscht ein Chaos wie vor der Erschaffung der Welt“.

Das Chaos ist selbstgemacht und ist mit der Stadt gewachsen, denn als man 1799 begann, die Häuser der Stadt zu nummerieren, tat man dies nach dem Hufeisen-Prinzip. Dabei beginnen die Hausnummern innenstadtseitig und wandern fortlaufend bis zum Ende der Straße, um auf der anderen Straßenseite wieder zurückzukehren. Am Ende liegt die höchste Nummer gegenüber der Nummer. Die Straßen haben rote Nummern

Das erwies sich als eine schlechte Idee, doch erst 1929 entschied man sich für das noch heute geläufige Zickzack-Prinzip, bei dem die geraden Nummern auf der einen und die ungeraden auf der anderen Straßenseite zu finden sind. Die Hausnummern in diesen Straßen sind blau

Bleibt zu hoffen, dass Sie nicht nach einer Hausnummer suchen müssen. Falls doch, hier ein Tipp: Unter jedem Straßenschild stehen fast immer die auf- beziehungsweise absteigenden Hausnummern bis zur nächsten Straßenecke.

12. Berlin ist Pension und Fremdenzimmer

Vor allem in Charlottenburg und rund um den Ku‘damm gibt es noch die klassischen Pensionen und Fremdenzimmer, damals oft von Kriegswitwen betrieben, die ihre Männer im Ersten Weltkrieg verloren hatten. Sie vermieteten möblierte Zimmer in einer Altbauwohnung, das Gemeinschafts-Bad am Ende des Flurs, um ihre dürftige Witwenrente aufzubessern. Denen, die selbst nicht viel hatten, war das recht.

Heute werden die meisten Pensionen professionell betrieben. Die Zimmer haben mittlerweile eine Dusche, die Toilette kann aber immer noch auf dem Flur sein. Und der Fahrstuhl hoch in den dritten Stock fehlt wahrscheinlich auch. Aber auch heute gibt es viele Menschen, die sich die Preise der Hotels nicht leisten können und trotzdem in Berlin übernachten möchten.

13. Berlin ist Unisex-Toilette

Wenn Sie in einem Berliner Lokal einmal aufs stille Örtchen müssen, werden Sie mitunter vergeblich nach der Damen- beziehungsweise Herrentoilette suchen. Es gibt sie sehr oft nicht! Entweder ist die Location so klein, dass einfach kein Platz für zwei Toilettenräume vorhanden ist, oder so dermaßen hip, dass dem Berliner Trend der „urinallosen Unisex-Toilette“ gefolgt wird. 

Wundern Sie sich also nicht, wenn Sie beim Händewaschen ganz unverhofft in ein Gespräch mit dem anderen Geschlecht verwickelt werden. Das ist auch eine Art, jemanden kennenzulernen, nicht wahr? Bleibt nur noch die Frage, ob der Mann beim Wasserlassen sitzt oder nicht…

14. Berlin ist Spielhalle

Eher Laster als Vergnügen! Mit blinkender Neon-Reklame und bisweilen nervigen Geräuschen versprechen Spielautomaten das große Glück und locken so manch Spielsüchtigen, sein letztes Geld auch noch loszuwerden. In mancher Straße von Neukölln, Wedding und Moabit, gibt es mehr Spielhallen als Geschäfte. In ganz Berlin gibt es weit über 500. Täglich wandern etwa eine halbe Million Euro in die Geldeinwurfschlitze von mehr als 6.000 Spielautomaten.

Zwar hat Berlin einerseits das bundesweit schärfste Gesetz zur Regulierung legaler Zockerbuden. Doch andererseits werfen die Spielhallen circa 40 Millionen Vergnügungssteuer ab und sind für die Stadtverwaltung ein gutes Geschäft. Ein Schelm, der Böses dabei denkt…

15. Berlin ist Straßenmarkt

Egal an welchem Wochentag. Irgendwo in Berlin ist immer Markt und da ist immer mächtig was los. Markt in Berlin bedeutet nicht nur Obst und Gemüse, Kartoffeln und andere Lebensmittel.

Markt in Berlin bedeutet alte Bücher und Schallplatten, Haushaltswaren, Stoffe, Schuhe, mancherlei Nippes und Tinnef und viel mehr. Markt in Berlin bedeutet urbanes Stadtleben hautnah erleben und genießen. Schauen Sie doch einfach nach, wo der nächste Markt in Ihrer Nähe stattfindet. 

16. Berlin ist Kiez-Kneipe

Auch wenn sie immer weniger werden, es gibt sie noch: Die kleine Eck-Kneipe, wie sie einst Peter Alexander besungen hat. Im täglichen Treffpunkt der Nachbarschaft ist die Molle, das ist auf Berlinisch ein Glas Bier, noch erschwinglich. 

Hans-Werner steht schon gefühlte 50 Jahre hinter dem Tresen (wie alt ist der eigentlich wirklich?) und lässt alte Schlager laufen. Der eine Gast hinten in der Ecke wohnt über der Kneipe, der andere am Tresen schräg gegenüber. 

Trauen Sie sich ruhig mal in eine dieser Kiez-Kneipen hinein. Zeigen Sie sich offen und herzlich, dann werden Sie, nach einem ersten kritischen Mustern, auch schnell angesprochen und erleben das wirkliche Berlin und seine Menschen hautnah.

17. Berlin ist Berliner Weisse

Berlin ohne Berliner Weisse trinken ist kaum denkbar. Jeder Berlin-Tourist, vor allem der ausländische, fragt sich, was denn das grüne oder rote Zeugs da ist, das die Menschen überall trinken. Die meisten Neugierigen probieren es. Auch Sie sollten mal eine Berliner Weisse kosten, besonders im Sommer, da schmeckt er am besten. 

Die Berliner Weisse ist ein spritziges obergäriges Bier, das mit einer Mischung aus Weizen- und Gerstenmalz gebraut wird, aber nicht mit dem bayerischen Weißbier zu verwechseln ist. Da das Bier pur leicht säuerlich, wird es gern mit einem Schuss Himbeer- oder Waldmeistersirup getrunken. Daher die rote respektive grüne Farbe, die dem Touristen gleich auffällt. 

18. Berlin ist Hundekot und Uringestank

Ja, auch das ist Berlin! Der Berliner hat sich schon längst daran gewöhnt und dribbelt locker und lässig um die kleinen und großen Hundekothaufen herum. Sie aber sollten stetig auf der Hut sein, um nicht in einen solchen hineinzutreten. 

In Berlin leben schätzungsweise 165.000 Hunde. Die produzieren weit über 300.000 Haufen, und zwar pro Tag! Das sind etwa 55.000 Tonnen tierischer Kot, der häufig (kommt von Haufen) als Tretfalle auf den Straßen herumliegt. Lösung des Problems? Nicht in Sicht…

Ein anderes Ärgernis ist der Uringestank, der sich aus Pinkelecken breit macht, vorzugsweise in U- und S-Bahnhöfen, vor geschlossenen Imbissbuden, in Unterführungen oder Grünanlagen, bisweilen aber, wenn die Bier-Blase kurz vorm Platzen war, auch gerne mal die nächste Hauswand. 

Dabei hat es, zumindest laut Stadtverwaltung, ausreichend öffentliche Toiletten und Dixi-Klos. Da ist wohl eher etwas Selbstdisziplin gefragt. Aber sagen Sie das mal einem, der sich gleich in die Hose macht und weit und breit keine Toilette zu sehen ist. Lösung des Problems? Nicht in Sicht…

Jetzt wissen Sie, was typisch Berlin ist. Für mehr spannende Informationen und Aktivitäten rund um Berlins Charakter, schauen Sie sich unbedingt unseren Berlin Lifestyle Guide an!

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