Checkpoint Charlie in Berlin

Checkpoint Charlie in Berlin in Deutschland

Der berühmteste Checkpoint Charlie in der Friedrichstraße war ein Schauplatz spektakulärer Fluchtversuche.

Sie haben ihn zum geschichtsträchtigen Grenzübergang des geteilten Berlins gemacht.

Er war nicht nur Zeuge aufsehenerregender Fluchtversuche, sondern auch Schauplatz des Kalten Krieges.

Hier erläutern wir Ihnen alles Wissenswerte über eines der beliebtesten Sehenswürdigkeiten in Berlin.

Was ist Checkpoint Charlie?

Checkpoint Charlie war einer von insgesamt 14 Berliner Grenzübergange durch die Berliner Mauer, welche die Stadt von 1961 bis 1989 in einen Ost- und einen Westteil trennte. 

Der militärische Kontrollpunkt in der Friedrichstraße, zwischen Zimmerstraße und Kochstraße, verband den Ost-Berliner Bezirk Mitte des sowjetischen Sektors, mit dem West-Berliner Bezirk Kreuzberg des US-amerikanischen Sektors. 

Er wurde ausschließlich von Alliierten Militärangehörigen, Ausländern und Mitarbeitern der Ständigen Vertretung der BRD in der DDR sowie von DDR-Funktionären benutzt.

Der Name leitet sich vom Internationalen Buchstabieralphabet ab. Nach den Grenzübergängen Helmstedt-Marienborn (Checkpoint Alpha) und Dreilinden-Drewitz (Checkpoint Bravo) war Checkpoint Charlie der dritte durch die Amerikaner genutzte alliierte Kontrollpunkt und hieß eigentlich Grenzübergang Friedrichstraße.

Checkpoint Charlie in Berlin in Deutschland

Geschichte des Checkpoint Charlie

Checkpoint Charlie ist sicherlich der bekannteste Grenzübergang an der Berliner Mauer und das nicht nur, weil er Schauplatz diverser Spionage-Filme wie „James Bond – Octopussy“ und „Der Spion, der aus der Kälte kam“ war.

Weltbekannt wurde Checkpoint Charlie am 27. Oktober 1961, nur ein Monat nach dem Bau der Berliner Mauer, als hier amerikanische und sowjetische Panzer Stellung bezogen und sich mit scharfer Munition gegenüberstanden. Auslöser war die sogenannte „Chruschtschow-Note“, in der angekündigt wurde, dass die Sowjetunion die Kontrolle über die Verbindungswege zwischen Westdeutschland und West-Berlin der DDR übertragen werde. Zur offenen Konfrontation kam es jedoch nicht.

In den Jahren darauf war der Grenzübergang Schauplatz spektakulärer Fluchten, die zum Teil erfolgreich, zum Teil aber auch tödlich ausgingen. 

Checkpoint Charlie wurde im Juni 1990, knapp ein halbes Jahr nach dem Mauerfall und wenige Monate vor der deutschen Wiedervereinigung, abgebaut.

Checkpoint Charlie heute

Obwohl heute an dem historischen Ort weder die Berliner Mauer noch die originalen Wachtürme und Schlagbäume des Kontrollposten existieren, hat sich der einstige Kontrollpunkt in der Friedrichstraße in eine Touristenattraktion mit großer Anziehungskraft und zu einem sehr beliebten Fotomotiv entwickelt. 

Dies wird dem Umstand geschuldet sein, dass hier die Berliner Teilungsgeschichte erleb- und spürbar wird. Dank originalgetreuer Nachbildungen des militärischen Stützpunkts können Besucher einen authentischen Eindruck erhalten wie es zu DDR-Zeiten aussah. Die Nachbauten, bestehend aus Wachhaus, Schlagbaum, Sandsack-Barrikade, amerikanischer Flagge sowie einem Schild, das in den Sprachen der Besatzungsmächte und in Deutsch auf das Verlassen des amerikanischen Sektors hinweist, wurden am 13. August 2000 an den Stellen platziert, an denen einst die Originale standen. 

Außerdem befindet sich am einstigen Grenzübergang eine Foto-Installation mit den überlebensgroßen Portraits eines amerikanischen Soldaten (Jeff Harper) der nach Osten blickt, auf der Rückseite ein sowjetischer Soldat in russischer Uniform, der nach Westen schaut.

Diese Fotos wurden vor dem Abzug der letzten Alliierten in Berlin, darunter auch diese beiden Soldaten, vom  Berliner Fotograf Frank Thiel geschossen. Sein Kunstprojekt soll eine Referenz an die dramatischen Momente von vor 60 Jahren sein, als sich amerikanische und sowjetische Panzer an dieser Stelle gefechtsbereit gegenüberstanden.

Mauermuseum Haus am Checkpoint Charlie in Berlin in Deutschland

Mauermuseum – Haus am Checkpoint Charlie

Direkt an der einstigen Grenzanlage befindet sich das Mauermuseum, das sich mit den unzähligen Fluchtversuchen aus der DDR und dem Unrecht des SED-Regimes beschäftigt. Rainer Hildebrandt, einstiger Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus, eröffnete 1963 – nur zwei Jahre nach dem Bau der Berliner Mauer – das Mauermuseum am Checkpoint Charlie, mit dem Ziel, Fluchtpläne sowohl zu dokumentieren als auch zu unterstützen. Das Museum entwickelte sich schnell zum Anlaufpunkt für Geflüchtete, Helfer, Journalisten und Demonstranten. Fluchthelfer stellten dem Museum Fahrzeuge, Hilfsmittel und persönliche Erinnerungsstücke bereit.

Heute beherbergt das Haus am Checkpoint Charlie auf rund 1.733 Quadratmeter Ausstellungsfläche, verteilt über drei verschiedene Häuser, äußerst erfinderische Fluchtobjekte sowie viele Requisiten aus 30 Jahren Mauer- und Fluchtgeschichte.

  • Adresse: Friedrichstraße 43 – 45
  • Öffnungszeiten: Täglich von 9:00 – 22:00 Uhr
  • Eintrittspreis: ab 14,50 €
  • Webseite: https://www.mauermuseum.de/

Führungen am Checkpoint Charlie

Wer das Mauermuseum oder den historischen Ort bei einem geführten Rundgang erkunden möchte, dem bietet das Mauermuseum auf folgender Seite individuelle Einzel- oder Kleinführungen zu verschiedenen Themen an: https://www.mauermuseum.de/besuch/tickets-und-fuehrungen/

Frau vom Checkpoint Charlie

Zu den Fluchtversuchen, die internationales Aufsehen erregte, gehört auch die von Jutta Gallus, auch bekannt als „Die Frau vom Checkpoint Charlie“. In den 80er Jahren scheitert ihr Fluchtversuch mit ihren beiden Töchtern, nachdem sie von der Stasi ausspioniert wurde. Anschließend wird sie von ihren Kindern getrennt und zu drei Jahren Haft verurteilt. 

Nach zwei Jahren Haftzeit wird sie von der Bundesregierung freigekauft, muss jedoch ihre Töchter in Ost-Berlin zurücklassen. Monatelang demonstriert sie am Checkpoint Charlie mit Plakaten wie „Gebt mir meine Kinder zurück!“, was zu einem Symbol für das Unrecht in der DDR wird. 

Erst nach sechs Jahren Trennung kommt es 1988 zur Wiedervereinigung der Familie in West-Berlin. Das Schicksal von Jutta Gallus und ihren beiden Töchtern wird im Film „Die Frau vom Checkpoint Charlie“ behandelt.

Nahe Sehenswürdigkeiten

  • Mauermuseum – Haus am Checkpoint Charlie
  • Die Mauer – asisi Panorama 
  • BlackBox Kalter Krieg
  • Topographie des Terrors
  • Trabi Museum 
  • Deutsches Currywurst Museum

Zahlen & Fakten:

  • Adresse: Friedrichstraße 43 – 45, 10117 Berlin
  • Anfahrt: Mit der U-Bahn U6 bis „U Kochstraße/ Checkpoint Charlie“ oder mit den Buslinien M29 oder N6 bis „U Kochstraße/ Checkpoint Charlie“

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