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Grunewald Berlin: Teufelsberg, Grunewaldturm, Seen & Wanderungen

Großer Wannsee in Berlin in Deutschland

Der Grunewald ist Berlins größter Wald – 3.000 Hektar Kiefern, Seen und Hügel im Westen der Stadt, mit der S-Bahn in 20 Minuten vom Zoo erreichbar. Hier liegen der Teufelsberg mit seiner legendären Abhörstation, der Grunewaldturm über der Havel, das älteste Schloss Berlins, die Badeseen Schlachtensee und Krumme Lanke und das Strandbad Wannsee. Dieser Guide zeigt Ihnen die besten Ziele, Routen, Preise und Anfahrten für einen Tag im Grünen.

Grunewald auf einen Blick

  • Lage: Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf / Steglitz-Zehlendorf, zwischen Havel und Avus
  • Anfahrt: S3/S7 Grunewald, S1 Schlachtensee oder Nikolassee, S1/S7 Wannsee; Bus 218 durch den Wald (Grunewaldturm, Teufelsberg-Nähe)
  • Teufelsberg: täglich ab 11 Uhr bis Sonnenuntergang, 12 € (Kinder 5 €, Familie 27 €)
  • Grunewaldturm: täglich 10–20 Uhr, 204 Stufen, Restaurant und Biergarten
  • Jagdschloss Grunewald: ältestes Schloss Berlins, Cranach-Sammlung; April–Oktober Di–So 10–17:30 Uhr, Nov/Dez nur Sa/So 10–16 Uhr, 8 €
  • Eintritt Wald und Seen: kostenlos; Strandbad Wannsee kostenpflichtig (Sommer)

Warum Grunewald? Berlins grüne Seite

Berlin ist zu einem Fünftel Wald, und der Grunewald ist das größte Stück davon: rund 3.000 Hektar Kiefern- und Laubwald mit einer Kette eiszeitlicher Seen, dem Havelufer im Westen und zwei künstlichen Bergen aus Kriegstrümmern. Für Besucher ist er der einfachste Weg, Berlin jenseits von Museen und Denkmälern zu erleben – morgens Museumsinsel, nachmittags Badesee, das geht hier in einer Stunde Fahrzeit. Der Wald ist ganzjährig frei zugänglich, die meisten Ziele kosten nichts.

Teufelsberg: Abhörstation mit Street-Art und Panorama

Der Teufelsberg ist mit 120 Metern die höchste Erhebung Berlins – aufgeschüttet aus 26 Millionen Kubikmetern Trümmern der zerbombten Stadt. Auf seinem Gipfel bauten die Amerikaner im Kalten Krieg eine Abhörstation, deren weiße Radarkuppeln bis heute stehen. Seit einigen Jahren ist das Gelände als Street-Art-Galerie und Aussichtspunkt geöffnet: Hunderte Graffiti auf mehreren Etagen, darüber die Kuppeln mit Blick über den ganzen Grunewald bis zum Fernsehturm.

Öffnungszeiten 2026: täglich ab 11 Uhr bis Sonnenuntergang (September bis 20 Uhr, Oktober bis 19 Uhr, November/Dezember bis 16:30 Uhr), letzter Einlass eine Stunde vor Schließung; geschlossen am 18. September, 24. und 31. Dezember. Eintritt: 12 Euro Erwachsene, 5 Euro Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre, unter 7 frei, Familienticket 27 Euro (2 Erwachsene + 2 Kinder), ermäßigt 10 Euro; Tickets online oder an der Kasse, Bar- und Kartenzahlung. Anfahrt: S-Bahn Heerstraße (S3/S9) oder S-Bahn Grunewald, dann rund 2 Kilometer bzw. etwa 30 Minuten zu Fuß bergauf durch den Wald (der Bus 218 hält nicht direkt am Teufelsberg). Festes Schuhwerk und Wasser mitnehmen – oben gibt es nur einen kleinen Kiosk. Adresse: Teufelsseechaussee 10, 14193 Berlin.

Grunewaldturm: Aussicht über die Havel

Der 1897 bis 1899 zum 100. Geburtstag Kaiser Wilhelms I. errichtete Backsteinturm steht auf dem Karlsberg direkt über der Havel. 204 Stufen führen auf die Plattform in 36 Metern Höhe – der Blick reicht über den Fluss nach Spandau, zur Pfaueninsel und bei klarer Sicht bis Potsdam. Am Fuß des Turms liegen ein Restaurant und ein Biergarten mit Havelblick, ideal für eine Pause. Öffnungszeiten: täglich 10 bis 20 Uhr, letzter Einlass 19:30 Uhr; der Aufstieg kostet 5 Euro (Kinder von 6 bis 12 Jahren 3 Euro). Anfahrt: Bus 218 ab S-Bahnhof Heerstraße oder ab Wannsee direkt bis Haltestelle Grunewaldturm – die Linie fährt auf der Havelchaussee durch den ganzen Wald und ist selbst schon ein Ausflug. Adresse: Havelchaussee 61, 14193 Berlin.

Jagdschloss Grunewald: das älteste Schloss Berlins

Kurfürst Joachim II. ließ das Renaissance-Jagdhaus 1542 am Grunewaldsee bauen – es ist damit das älteste erhaltene Schloss der Stadt. Heute zeigt es die größte Cranach-Sammlung Berlins und eine Ausstellung zur höfischen Jagd; der Hof mit Blick auf den See ist einer der ruhigsten Orte der Stadt. Geöffnet ist das Schloss in der Regel von April bis Oktober, Dienstag bis Sonntag 10–17:30 Uhr (November/Dezember nur Samstag und Sonntag 10–16 Uhr, Januar bis März geschlossen); der Eintritt kostet 8 Euro (ermäßigt 6 Euro, Familienkarte 16 Euro). Aktuelle Zeiten finden Sie bei der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten. Anfahrt: Bus 115 bis Pücklerstraße (dann ca. 1,2 km Fußweg) oder 20 Minuten zu Fuß vom S-Bahnhof Grunewald über den Hüttenweg.

Baden: Schlachtensee, Krumme Lanke und Wannsee

Schlachtensee und Krumme Lanke sind die Lieblingsseen der Berliner: klares Wasser, Liegewiesen direkt an der S-Bahn (S1 Schlachtensee bzw. U3 Krumme Lanke), kostenlos und ohne Eintritt. Ein Rundweg um den Schlachtensee ist 5,5 Kilometer lang – auch im Winter ein schöner Spaziergang. Das Strandbad Wannsee (S1/S7 Nikolassee, dann etwa 15 Minuten zu Fuß oder in den Sommerferien Bus 312) ist mit 1.275 Metern Sandstrand das größte Binnenseebad Europas; Saison 2026 vom 29. Juni bis 30. August (9–20 Uhr), Nachsaison bis 13. September (10–18 Uhr); Eintritt 6,50 Euro (ermäßigt 3,80 Euro, Familien 12 Euro). Direkt daneben legen die Ausflugsschiffe zur Pfaueninsel und nach Potsdam ab.

Gleis 17: Mahnmal am S-Bahnhof Grunewald

Am S-Bahnhof Grunewald erinnert das Mahnmal Gleis 17 an die mehr als 50.000 Berliner Juden, die von hier zwischen Oktober 1941 und Januar 1945 in die Vernichtungslager deportiert wurden. Entlang des stillgelegten Bahnsteigs sind 186 Gusseisenplatten mit Datum, Zahl der Deportierten und Zielort eingelassen. Der Ort ist frei zugänglich, ruhig und bewegend – planen Sie ihn als Beginn oder Abschluss Ihres Grunewald-Tags ein.

Drei Routen für einen Tag im Grunewald

Klassiker (4–5 Stunden): S-Bahn Grunewald → Gleis 17 → Wanderung über Hüttenweg und Jagdschloss zum Grunewaldsee → weiter zur Krummen Lanke → Bad → U3 zurück in die Stadt. Etwa 8 Kilometer, überwiegend Waldwege.

Aussicht (3–4 Stunden): S-Bahn Heerstraße → Aufstieg Teufelsberg (Street Art, Kuppeln) → Bus 218 zum Grunewaldturm → Biergarten mit Havelblick → Bus 218 nach Wannsee.

Wasser (ganzer Tag): S-Bahn Wannsee → Strandbad → Schiff zur Pfaueninsel (Schloss, Pfauen) → zurück mit Fähre F10 nach Kladow oder per Bus 218 durch den Wald.

Praktische Tipps

Tickets: Der gesamte Grunewald liegt im Tarifbereich AB – eine 24-Stunden-Karte AB (11,20 Euro) oder die Berlin WelcomeCard genügt, auch für Bus 218 und die Fähre F10. Versorgung: Im Wald gibt es kaum Läden; Restaurants finden Sie am Grunewaldturm, am Schlachtensee („Fischerhütte“), am Wannsee und rund um den S-Bahnhof Grunewald. Wildschweine: Sie sind im Grunewald häufig und meist harmlos – Abstand halten, nicht füttern. Fahrrad: Die Forstwege sind für Räder freigegeben, Leihräder gibt es an den S-Bahnhöfen; die Havelchaussee ist am Wochenende teils autofrei. Wetter: Der Teufelsberg schließt bei Sturm; die Seen sind von Juni bis September zum Baden geeignet.

Häufige Fragen zum Grunewald

Wie komme ich in den Grunewald? Mit der S3/S7 bis Grunewald (20 Minuten vom Zoo), S1 bis Schlachtensee oder Wannsee, U3 bis Krumme Lanke; Bus 218 fährt durch den Wald zum Grunewaldturm.

Was kostet der Teufelsberg? 12 Euro Erwachsene, 5 Euro Kinder bis 17, Familienticket 27 Euro; geöffnet täglich ab 11 Uhr bis Sonnenuntergang.

Kann man im Grunewald baden? Ja, kostenlos im Schlachtensee und in der Krummen Lanke; das Strandbad Wannsee kostet Eintritt und hat von Ende Juni bis Mitte September geöffnet.

Ist der Grunewald mit Kindern geeignet? Sehr – flache Waldwege, Badeseen, der Teufelsberg als Abenteuer und Wildschwein-Sichtungen fast garantiert.

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