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Die Geschichte Berlins: Zeittafel & Fakten

Die Geschichte Berlins Zeittafel & Fakten

Hier ist unser Guide zu Berlins Geschichte.

Berlin wurde im 13. Jahrhundert gegründet und ist im Verhältnis zu anderen Metropolen relativ jung.

Trotzdem war die Stadt tiefgreifenden Wandlungen unterworfen und hat eine sehr bewegte Geschichte vorzuweisen. Berlin erlebte glorreiche Zeiten, aber auch extrem dunkle Perioden, die besonders im 20. Jahrhundert nahe beieinanderlagen.

Wir haben Ihnen hier eine Zeittafel zur Geschichte Berlins erstellt, mit der Sie einen tabellarischen Überblick über die bald 800-jährige Historie Berlins erhalten.

Schauen wir uns aber zuerst den Ursprung des Namens Berlins an!

Wie kommt Berlin zu seinem Namen?

Der Name Berlin hat seinen Ursprung in der slawischen Sprache.

Er setzt sich aus dem Wort „brl“ für Sumpf oder Morast und der für Ortsnamen typischen Endung „in“ zusammen. Berlin bedeutet demnach der Ort im Sumpf.

Bis Ende des 12. Jh.: Vor- und Frühgeschichte 

  • 60.000 v. Chr. Erste Besiedlung des Berliner Raumes.
  • 9. Jt. v. Chr. → Jäger und Fischer siedeln an Spree, Dahme und Bäke an.
  • 4. Jt. v. Chr. → Erste Kulturen mit Ackerbau und Viehzucht.
  • 2000 v. Chr. → Immer dichtere Besiedlung an Spree und Havel (Lausitzer Kultur).
  • 600 v. Chr. → Jastorf-Kultur (Vorgängerkultur der Elbgermanen).
  • Bis 4. und 5. Jh. n. Chr. → Elbgermanische Semnonen (Volksstamm der Sweben), Ostgermanische Burgunden. Abnahme der Besiedlungsdichte durch Abzug des Großteils der Germanenstämme.

Slawen

  • Ab 6. Jh. → Slawenstämme kommen in die Lausitzer Gegend.
  • Ende 7. Jh. → Slawen besiedeln auch das Spree-Havel-Gebiet (Heveller, Sprewanen).
  • Um 750 → Errichtung des Slawischen Burgwalls südlich der Spreemündung (Burgwallinsel).
  • 9. Jh. → Errichtung des Spandauer Burgwalls an der Köpenicker Schlossinsel.

Mark Brandenburg

  • Frühling 1157 → Sieg des Askanier-Führers Albrecht I. von Brandenburg (Albrecht der Bär) über Sprewanen-Fürst Jaxa von Köpenick.
  • 11.6.1157 → Gründung der Mark Brandenburg, Albrecht ernennt sich zum ersten Markgrafen.
  • 12. Jh. → Verlegung der Frühstadt auf das Gebiet der heutigen Zitadelle Spandau. Es entwickelt sich ein neuer Stadtkern gegenüber der Spreemündung.

Bis 1415: Handelsstadt im Mittelalter

  • Ende 12 Jh. → Kaufleute aus dem niederrheinisch-westfälischen Raum legen eine Siedlung auf der Spreeinsel an.
  • 1230 → Beginn des ersten Vorbaus der Nikolaikirche
  • 1237 → Cölln wird erstmals urkundlich erwähnt. Dieses Jahr gilt als offizielles Gründungsjahr (2008 wurde am Petriplatz ein Eichenbalken ausgegraben, der vermutlich aus 1183 stammt).
  • 1244 → Die Siedlung Berlin wird gegenüber Cölln am nördlichen Spreeufer gegründet. Der Name Berlin wird auch erstmals urkundlich erwähnt.
  • 1280 → Berlin erhält ein Stadtwappen auf dem zwei Bären abgebildet sind.
  • 1292 → Die Marienkirche wird erstmals urkundlich erwähnt.
  • 1307 → Berlin und Cölln schließen sich zu einer Union zusammen, um ihre Rechte gegenüber dem Landesherrn zu sichern und eine gemeinsame Bündnis- und Verteidigungspolitik zu verfolgen. Im neuen Rathaus sitzen 12 Berliner Ratsmänner und 6 Cöllner.
  • 1319 → Der letzte märkische Askanier Heinrichs II. stirbt.
  • 1323 → Der aus dem Haus Wittelsbach stammende römisch-deutsche König Ludwig IV., ein Onkel des letzten Askaniers, überträgt die Mark Brandenburg seinem ältesten Sohn Ludwig dem Brandenburger.
  • 1360 → Berlin-Cölln wird Mitglied des Hansebundes.
  • 1373 → Die Städte-Union fällt mit der Mark Brandenburg an die Luxemburger.
  • 1378 → Großbrand in Cölln.
  • 1380 → Großbrand in Berlin. Das Rathaus und fast alle Kirchen werden zerstört, der Großteil der Stadturkunden und Dokumente der Städte fallen den Flammen zum Opfer.
  • 1390 → Am Platz des heutigen Berliner Rathauses wird ein Berliner Rathaus nachgewiesen.
  • 1400 → Die Doppelstadt hat circa 8.500 Einwohner und etwa 1.100 Häuser.

Bis 1701: Kurfürstliche Residenzstadt

  • 1415 → Beginn der über 500-jährigen Hohenzollernherrschaft aufgrund der Berufung Friedrich I. durch König Sigismund zum Kurfürsten und Markgrafen von Brandenburg.
  • 1432 → Berlin und Cölln schließen sich endgültig zu einer Stadtgemeinde mit gemeinsamer Verwaltung zusammen.
  • 1442 → Kurfürst Friedrich II. löst diesen Bund wieder auf. Austritt aus dem Hansebund.
  • 1443 → Grundsteinlegung des späteren Berliner Stadtschlosses auf der Spreeinsel in Cölln.
  • 1486 → Das Schloss wird unter Kurfürst Johann Cicero zur Residenzstadt der brandenburgischen Kurfürsten aus dem Haus Hohenzollern ernannt. Die Doppel-Stadt gewinnt zwar an politischer Bedeutung, verliert aber ihre städtischen Freiheiten.
  • 1500 → Berlin und Cölln zählen rund 12.000 Einwohner.
  • 1510 → 100 Juden werden unrechtmäßig beschuldigt, Hostien gestohlen und entweiht zu haben. 38 von ihnen werden verbrannt, zwei werden geköpft, nachdem sie zum Christentum konvertierten, die anderen 60 und alle anderen Juden werden aus der Stadt verwiesen.
  • 1527 → Als Jagdrevier der Kurfürsten wird westlich von Berlin der Tiergarten angelegt.
  • 1539 → Die erste Druckerei geht in Betrieb.
  • 1.11.1539 → Kurfürst Joachim II. nimmt in der St. Nikolai-Kirche das Abendmahl nach lutherischem Ritus ein.
  • Sommer 1540 → Durch eine neue Kirchenordnung für ganz Brandenburg wird die Reformation verkündet.
  • 1540 → Nachdem die Unschuld der im Jahre 1510 wegen Diebstahls beschuldigten Juden nach 30 Jahren bewiesen wird, dürfen Juden wieder in Berlin ansiedeln, wenn sie eine Gebühr bezahlen.
  • 1542 → Kurfürst Joachim II. legt einen Reitweg zwischen dem Stadtschloss und dem Jagdschloss Grunewald an, das im gleichen Jahr erbaut wird. Viele Jahre später heißt dieser Weg Kurfürstendamm.
  • 1567 → Dreitägiger Knüppelkrieg zwischen Berlin und Spandau ausgelöst durch ehrgeizige Spandauer, die sich mit der geplanten Niederlage eines inszenierten Schauspiels nicht abfinden wollten und die Berliner mit Knüppeln verprügelten.
  • 1571 → Auf der Fischerinsel in Cölln wird die Gaststätte “Zum Nußbaum” eröffnet. Die älteste überlieferte Wirtschaft Berlins wird bei Bombenangriffen 1943 zerstört und 1986/87 im Nikolaiviertel rekonstruiert.
  • 1573 → Kurfürst Johann Georg legt einen Reitweg zwischen dem Stadtschloss und dem Tiergarten an, den Kurfürst Friedrich Wilhelm 1647 befestigen und mit Linden bepflanzen lässt. Die spätere Prachtstraße „Unter der Linden“ entsteht. Die Juden werden für 100 Jahre aus der Stadt vertrieben.
  • 1648 → Der Dreißigjährige Krieg halbiert die Bevölkerungszahl Berlin-Cöllns. Ein Drittel der Häuser sind beschädigt.
  • 1658 → Die Doppelstadt wird als Festung in Form eines Sterns mit 13 Bastionen ausgebaut.
  • 1668 → Der Friedrich-Wilhelm-Kanal zwischen Oder und Spree bringt wirtschaftliche Vorteile aufgrund geringerer Frachtkosten.
  • 1671 → Gründung der jüdischen Gemeinde. 50 aus Österreich vertriebene Familien bekommen ein neues Zuhause.
  • 1685 → Friedrich Wilhelm, der Große Kurfürst, lädt französische Hugenotten, die wegen ihrem Glauben verfolgt werden, nach Brandenburg ein. Über 15.000 kommen, 6.000 lassen sich in Berlin nieder. Moabit entsteht.
  • 1688 → Die Stadt zählt 20.000 Einwohner. Aufschwung von Wirtschaft und Handel durch die vielen Einwanderer. Der Gendarmenmarkt entsteht.
  • 1695 → Kurfürst Friedrich III. lässt ein Schloss für seine Frau Sophie Charlotte erbauen. Es ist das berühmte Schloss Charlottenburg.

Bis 1806: Königliche Residenzstadt

  • 18.01.1701 → Kurfürst Friedrich III. wird zum König Friedrich I. in Preußen gekrönt. Berlin wird königliche Residenzstadt.
  • 1709 → Berlin, Cölln, Friedrichswerder, Dorotheenstadt und Friedrichstadt werden zur Haupt- und Residenzstadt Berlin vereint. Berlin hat jetzt 55.000 Einwohner.
  • 1717 → Die allgemeine Schulpflicht eingeführt, deren Umsetzung aber noch Jahrzehnte dauert.
  • 1726 → Die Charité entsteht. Sie ist das älteste Krankenhaus Berlins und die älteste medizinische Bildungseinrichtung Deutschlands.
  • 1730 → Ein großer Exerzierplatz entsteht. Aus ihm geht der Königsplatz, der heutige Platz der Republik, hervor.
  • 1732 → Etwa 1.200 böhmische Glaubensflüchtlinge kommen nach Berlin.
  • 1734 → Die alte Stadtbefestigung wird abgerissen und durch eine neue 14,5 km lange Mauer ersetzt. Das umgrenzte Areal umfasst 1.330 Hektar. Berlin zählt jetzt rund 80.000 Einwohner.
  • 1737 → Böhmisch-Rixdorf (heute Neukölln) wird gegründet.
  • 1740 → Friedrich II., bekannt als Friedrich der Große und im Volksmund Alter Fritz genannt, macht Berlin zum Zentrum der Aufklärung.
  • 1756 → Ausbruch des Siebenjährigen Krieges. Kurzzeitige Besetzung Berlins durch Österreich (Berliner Husarenstreich 1757) und Russland (1760).
  • 1764 → In der Bärenstraße eröffnet das erste deutschsprachige Theater.
  • 1791 → Das neue Brandenburger Tor wird eingeweiht.
  • 1795 → Die erste Dampfmaschine läuft.
  • 1800 → Berlin zählt circa 170.000 Einwohner, darunter 25.000 Soldaten.
  • 1805 → Der Ochsenmarkt und Exerzierplatz erhält zu Ehren des russischen Zaren Alexander I. den Namen Alexanderplatz.

Bis 1848: Franzosenzeit

  • 27.10.1806 → Der französische Kaiser Napoleon zieht mit seinen Truppen in Berlin ein. 116 Gemälde, 204 Statuen, Büsten und Reliefs, tausende Münzen, 48 Gegenstände aus Elfenbein und Bernstein sowie die Quadriga des Brandenburger Tores werden nach Paris geschafft. Die Berliner verspotten Napoleon als Pferdedieb.
  • Dezember 1808 → Die französischen Besatzungstruppen ziehen wieder ab.

Reformzeit

  • 1809 → Freiherr vom Steins neue preußische Städteordnung für Selbstverwaltungsrechte tritt in Kraft.
  • 18.-22.4.1809 → Erstmals wird eine Stadtverordnetenversammlung gewählt.
  • 1.5.1809 → Carl Friedrich Leopold von Gerlach wird zum ersten Oberbürgermeister gewählt.
  • 1810 → Die erste Universität, die heutige Humboldt-Universität, wird eröffnet. Einführung der Gewerbefreiheit und Gewerbesteuer.
  • 1812 → Edikt zur Gleichstellung der Juden.
  • 1815 → Ende der Napoleonischen Kriege und Beginn einer Jahrzehnte andauernden Friedensphase, die einen rapiden Bevölkerungswachstum mit sich bringt.
  • 1816 → Die Stadt zählt 200.000 Einwohner. Die erste Dampflokomotive Europas wird fertiggestellt.
  • 1824 → Aufgrund des starken Zustroms von Arbeitskräften im Zuge der Industrialisierung entstehen die ersten sogenannten Mietskasernen, in denen sich bisweilen 2000 Menschen 300 Wohnungen teilen müssen.
  • 1826 → Unter den Linden wird fortan mit Gas beleuchtet.

Vormärz (die Zeit zwischen der französischen Julirevolution 1830 und der deutschen Märzrevolution von 1848/49)

  • 1830 → Das erste Museum in Preußen wird am Lustgarten auf der Spreeinsel eröffnet. Es ist das heutige Alte Museum.
  • 20.9.1830 → Der erste Aufruhr in der Stadt aufgrund von Polizeiwillkür geht als Schneiderrevolution in die Geschichte ein.
  • 1831 → Die erste Choleraepidemie erreicht Berlin. 2000 Menschen werden dahingerafft.
  • 3.8.1835 → Die Feuerwerksrevolution ist der zweite Aufruhr in Berlin und signalisiert die zunehmende Politisierung der arbeitenden Bevölkerung.
  • 1837 → Alfred Borsig eröffnet eine Maschinenfabrik in Wedding.
  • 22.9.1838 → Als erste Eisenbahnverbindung Preußens geht die Strecke Berlin - Potsdam in Betrieb.
  • 1840 → Die Stadt zählt 330.000 Einwohner.
  • 1841 → Die erste deutsche Lokomotive geht auf Jungfernfahrt ab Anhalter Bahnhof.
  • 1844 → Deutschlands erster Zoo öffnet seine Pforten. Er ist bis 1900 der größte Tiergarten der Welt. Gründung des Berliner Handwerker Vereins, der großen Einfluss auf die politische Bildung des Mittelstandes nimmt.
  • 1846 → Die Stadt zählt 406.000 Einwohner. Der Volkspark Friedrichshain entsteht.
  • 1847 → Werner Siemens eröffnet seine erste Fabrik in Friedrichstadt. Die zunehmende Mechanisierung führt zur Verarmung großer Teile der Arbeiterschaft. Die Armenfürsorge nimmt 40 Prozent des städtischen Haushalts in Anspruch. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 54 Jahren, für Arbeiter bei 42 Jahren.
  • 21.4.1847 → Die Hungersnot breiter Massen und die überteuerten Lebensmittelpreise führen zur Kartoffelrevolution.

Bis 1878: Revolution von 1848/49

  • 18.3.1848 → 10.000 Menschen nehmen an einer Kundgebung teil. Es kommt zu Barrikadenkämpfen mit den königstreuen Truppen. Diese unterdrücken den Aufstand bis zum 21. März. 192 Tote werden gezählt.
  • 14.6.1848 → Erstürmung und Plünderung des Zeughauses.
  • 1848 → Als Reaktion auf die Aufstände werden Presse- und Versammlungsfreiheit eingeführt, es entstehen erste politische Vereinigungen, den Vorläufern späterer Parteien. Große Arbeitslosenzahlen. Ausbau des Wasserstraßensystems durch Notstandarbeiten.
  • 10.11.1848 → Preußische Truppen rücken erneut in Berlin ein.
  • 12.11.1848 → Der Belagerungszustand wird ausgerufen. Viele Errungenschaften der Revolution sind somit zunichte gemacht.
  • 1849 → Gründung der Nachrichtenagentur Wolffs Telegraphisches Bureau. Das Kaufhaus Gerson eröffnet als erstes Warenhaus der Stadt.

Zeit der Einigungskriege

  • 1855 → Die ersten Litfaßsäulen werden aufgestellt.
  • 1856 → Das erste Wasserwerk geht in Betrieb.
  • 1861 → Durch Eingemeindungen mehrerer Vorstädte wächst das Stadtgebiet auf 59 Quadratkilometer, die Einwohnerzahl steigt auf etwa 550.000. Berlin ist somit nach London, Paris und Wien Europas viertgrößte Stadt.
  • 1862 → Festlegung der ersten Postbezirke.
  • 1863 → Gründung des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins (ADAV).
  • 1864 → Erster Deutscher Einigungskrieg zwischen Preußen/Österreich und Dänemark. Ernst Scherings Chemiefabrik öffnet seine Pforten.
  • 1865 → Mit der Inbetriebnahme der ersten Pferdebahn beginnt die Geschichte der Berliner Straßenbahn.
  • 1868 → Zweiter Deutscher Einigungskrieg zwischen Preußen und Österreich.
  • 1869 → Gründung der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SDAP). Das Rote Rathaus wird fertiggestellt.
  • 1870/71 → Dritter Deutscher Einigungskrieg zwischen dem Norddeutschen Bund unter der Führung Preußens und Frankreich.

Bis 1914: Hauptstadt des Deutschen Reiches

  • 1.1.1871 → Gründung des Deutschen Reiches. Erster Deutscher Kaiser wird König Wilhelm I von Preußen. Berlin wird Hauptstadt und politisches, ökonomisches sowie wissenschaftliches Zentrum des Kaiserreiches.
  • 1871 → Berlin zählt 826.815 Einwohner.
  • 1873 → Gründung der Actien-Gesellschaft für Anilin-Fabrikation (Agfa).
  • 1874 → Beginn des Baus eines umfassenden Entwässerungssystems. Eröffnung des ersten städtischen Krankenhaues.
  • 1875 → Der ADAV und die SDAP vereinigen sich unter der Führung von August Bebel und Wilhelm Liebknecht zur Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands (SAP). Sitz der Partei ist Berlin.
  • 1877 → Inbetriebnahme der Berliner Ringbahn. Das Kaiserliche Patentamt nimmt seine Arbeit auf.
  • 31.12.1877 → Mit 1.008.566 Einwohnern überschreitet Berlin die Millionen-Grenze.
  • 1878 → Das „Gesetz gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie“ verbietet Organisationen, Druckschriften und Versammlungen der als „Reichsfeinde“ angesehen Sozialdemokraten.
  • 1879 → Auf der Berliner Gewerbeausstellung wird die von Siemens & Halske gebaute erste Elektrische Eisenbahn der Welt vorgestellt. Gründung der Reichsdruckerei für Banknoten und Briefmarken.
  • 1885 → Der erste Berliner Fußballverein heißt Berliner FC Frankfurt.
  • 1886 → Der Kurfürstendamm wird offiziell eingeweiht.
  • 1883 → Gründung des Deutschen Theaters. AEG öffnet sein erstes Werk.
  • 1888 → Der Fußballverein BFC Germania wird gegründet. Er ist heute der älteste noch existierende Fußballverein Deutschlands.
  • 20.2.1890 → Die SAP gewinnt bei den Reichstagswahlen die absolute Mehrheit.
  • 1.5.1890 → Die erste Maifeierlichkeiten der Arbeiterbewegung findet statt.
  • Herbst 1890 → Die SAP nennt sich in Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) um.
  • 1891 → Dem Berliner Maschinenbauingenieur Otto Lilienthal gelingt mit 25 Metern der erste sichere Gleitflug der Welt.
  • 1894 → Das Reichstagsgebäude wird am Königsplatz eröffnet.
  • 1902 → Die erste U-Bahnlinie zwischen Warschauer Brücke und Knie (heute Ernst-Reuter-Platz) geht in Betrieb.
  • 1905 → Berlin knackt mit 2.040.148 Einwohnern die Zwei-Millionen-Marke. Der Berliner TuFC Union 1892 wird als erster Berliner Fußballverein Deutscher Meister.
  • 1906 → Der Schuster Wilhelm Voigt geht als „Hauptmann von Köpenick” In die Geschichte ein und wird später mit Heinz Rühmann verfilmt. Er besetzt in Hauptmannsuniform und mit richtigen Soldaten, die glauben, dass er tatsächlich Hauptmann ist, das Rathaus Köpenick, verhaftet den Bürgermeister und raubt die Stadtkasse.
  • 23. September 1906 → Die Höfe vis-à-vis des Hackeschen Markts (Hackesche Höfe) werden eröffnet.
  • 27.3.1907 → Kaufhaus des Westens, KaDeWe, öffnet seine Pforten.
  • 28.1.1909 → Erster Motorflug auf dem Tempelhofer Feld.
  • 15.3.1909 → Erstes Sechstagerennen in der Ausstellungshalle am Zoologischen Garten.
  • September 1910 → Moabiter Unruhen zwischen streikenden Arbeitern und Anwohnern Moabits und Streikbrechern und Polizei.
  • 17.11.1910 → Eröffnung des Berliner Sportpalastes mit der seinerzeit größten Kunsteisbahn der Welt. Sportarten sind Eishockey, Eisschnelllauf, Boxen und Sechstagerennen. Bisweilen wird die Halle auch als Lichtspielhaus genutzt und 1919 als größtes Kino der Welt angepriesen. Während der Weimarer Republik finden Parteitage der großen Parteien statt. Traurigen Ruhm erlangt die Halle mit der Rede von Göbbels am 18.2.1943, in der er zum „totalen Krieg“ aufruft. 
  • 1911 → Gründung der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften (heute Max- Planck-Gesellschaft).
  • 1911/1912 → Zusammenschluss Berlins mit Charlottenburg, Schöneberg, Wilmersdorf, Lichtenberg, Neukölln, Spandau, Nieder-Barnim und Teltow zum Zweckverband Groß-Berlin. Adolf Wermuth wird Oberbürgermeister.

Bis 1918: Der 1. Weltkrieg und Novemberrevolution

  • 1.8.1914 → Kaiser Wilhelm II erklärt vom Balkon des Stadtschlosses Russland den Krieg.
  • 3.8.1914 → Kriegserklärung an Frankreich.
  • August 1914 → Theatervorstellungen werden abgesetzt, Museen geschlossen, der öffentliche Verkehr und der Stromverbrauch eingeschränkt.
  • 1915 → Einführung der „Brotkarten“. Beginn der im Volksmund „Polonäsen“ genannten langen Schlangen vor Lebensmittelläden.
  • 20.3.1916 → Die „Kartoffelkarte“ limitiert die Versorgung auf 500 Gramm pro Tag und Erwachsenem, Kinder bekommen die Hälfte.
  • Winter 1916/1917 → Der „Steckrübenwinter“ ist angebrochen. Statt Kartoffeln gibt es Steckrüben. Als Folge des 1. Weltkrieges sind 150.000 Menschen auf Hungerhilfe angewiesen. Die amtliche Tagesration für Erwachsene beträgt 270 Gramm Brot, 35 Gramm Fleisch (einschließlich Knochen), 25 Gramm Zucker, ein Viertel Ei. April
  • 1917 → Weitere Kürzungen der Rationen führen zu Massenstreiks. Die Oktoberrevolution in Russland weckt auch in Berlin Hoffnungen auf Umsturz.
  • 28.1.1918 → 400.000 Berliner Arbeiter streiken und fordern „Frieden und Brot!“.
  • 3.2.1918 → Erzwungene Beendigung des Streikes. Es folgen Massenverhaftungen. 50.000 Männer werden an die Front geschickt. Viele von ihnen fallen in den Schützengräben.
  • Herbst 1918 → Während des 1. Weltkrieges sind mehr Menschen an Hunger gestorben, als im 2. Weltkrieg durch Bomben.

Bis 1933: Weimarer Republik

  • 9.11.1918 → Wieder Revolution in Berlin! Kaiser Wilhelms II. dankt ab und geht ins Exil in die Niederlande. Philipp Scheidemann proklamiert vom Balkon des Reichstags die „Freie Deutsche Republik“. Der Sozialdemokrat Friedrich Ebert wird Reichskanzler. Karl Liebknecht ruft vom Balkon des Berliner Schlosses vergeblich die „Freie Sozialistische Republik Deutschlands“ aus.
  • 30.12.1918 → Karl Liebknecht, Rosa Luxemburg und Wilhelm Pieck gründen in Berlin die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD).
  • 5.1.1919 → Beginn des Spartakusaufstands, ausgelöst die Absetzung des Berliner Polizeipräsidenten durch Friedrich Ebert. Eigentlicher Hintergrund sind die gegensätzlichen politischen Ziele der an der Novemberrevolution beteiligten Gruppierungen. Die SPD-Führung will Wahlen zur Nationalversammlung durchsetzen. USPD und KPD streben Sozialisierung, Entmachtung des Militärs und Diktatur des Proletariats an. Der Aufstand wird bis zum 12. Januar blutig niedergeschlagen.
  • 15.1.1919 → Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg werden von Soldaten des Freikorps ermordet.
  • 29.2.1919 → Wahl der Berliner Stadtverordnetenversammlung. Die USPD erhält 47 Sitze, die SPD 46, also 93 der 144 Sitze. Erstmals sind auch 25 Frauen im Stadtparlament vertreten. Adolf Wermuth wird erneut Oberbürgermeister.
  • 13.3.1920 → Der Kapp-Putsch bricht vom Zaun. Teile der Reichswehr und anderer militärischer Verbände lehnen sich gegen ihre durch den Versailler Vertrag verfügte Auflösung auf. Sie erklären die Regierung für abgesetzt und den rechtkonservativen Politiker Wolfgang Kapp zum Reichkanzler.
  • 17.3.1920 → Ein von SPD und KPD organisierter Generalstreik lässt den Kapp-Putsch zusammenbrechen.
  • 1.10.1920 → Mit dem „Groß-Berlin-Gesetz“ werden Berlin umgebende Flächen eingemeindet. Das Stadtgebiet zählt 878 km² und wird in 20 Bezirke eingeteilt. Die Einwohnerzahl beträgt 3,8 Millionen. Berlin wird hinter New York, London, Tokio und Paris zur fünftgrößten Stadt der Welt und größten Industriestadt Europas.
  • 20.1.1921 → Nach dem Rücktritt Adolf Wermuths wird Gustav Böß zum Oberbürgermeister gewählt. Nach acht Jahren Bauzeit wird die „Automobil-Verkehrs- und Übungsstrecke“ (AVUS) eröffnet. Sie ist die erste Autobahn der Welt.
  • 24.6.1922 → Der deutsche Außenminister Walter Rathenau wird von rechtsgerichteten Militärs ermordet. Er hatte sich mit dem „Vertrag von Rapallo“ an den Vorläuferstaat der Sowjetunion angenähert.
  • September 1923 → Die Inflation erreicht ihren Höhepunkt. Ein Kilo Roggenbrot kostet 3,6 Millionen Mark. Das Vermögen großer Teile des Mittelstandes und der Rentner wird vernichtet.
  • 8.10.1823 → Der Flughafen Tempelhof wird in Betrieb genommen.
  • 19.10.1923 → Die Geschichte des Rundfunks in Deutschland beginnt im Vox-Haus.
  • 22.11.1923 → Eine Straßenbahnfahrt kostet 150.000 Mark.
  • 16.8.1924 → Der „Dawes Plan“ entschärft die Situation. Die durch den Versailler Vertrag auferlegten immensen Reparaturzahlungen werden neu geregelt und an die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Weimarer Republik angepasst. Das läutet den Beginn der „Goldenen Zwanzigern“ ein und die Spree-Stadt steigt bis 1929 zur legendären Kulturmetropole auf.
  • 4.12.1924 → Die „1. Große Deutsche Funkausstellung“ wird auf dem Messegelände eröffnet.
  • 1925 → Berlin überschreitet knapp die 4-Millionen-Grenze.
  • 20.2.1926 → Die erste „Grüne Woche“ wird veranstaltet.
  • 3.9.1926 → Der Berliner Funkturm wird mit einer Rede Albert Einsteins eröffnet.
  • 1928 → In Berlin erscheinen 147 Zeitungen. Das Fernsehen wird erstmals öffentlich vorgeführt.
  • 1929 → Die Weltwirtschaftskrise erfasst Berlin. Die Stadt zählt 664 Konkurse und 450.000 Arbeitslose. Es kommt zu gewalttätigen Demonstrationen. Der „Blutmai“ fordert über 30 Tote und mehrere Hundert Verletzte.
  • 17.11.1929 → Bei den Wahlen zur Stadtverordnetenversammlung erhält die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) 5,8% der Stimmen und zieht mit 13 Abgeordneten in das Stadtparlament ein.
  • 1930 → Die Berliner Stadt-, Ring- und Vorortbahnen werden unter dem Namen S-Bahn zusammengefasst. Das Strandbad Wannsee wird eröffnet. Erste Versuche des Vereins für Raumschifffahrt mit Flüssigkeitsraketen auf dem Raketenflugplatz Tegel.
  • 6.11.1932 → Die NSDAP wird bei den Reichstagswahlen mit 33,1% stärkste Fraktion. In Berlin hat sie einen Stimmanteil von 25,9%.
  • Dezember 1932 → Die Arbeitslosenzahl steigt auf 630.000. Links- und rechtsextremistische Gruppierungen liefern sich gewalttätige Auseinandersetzungen mit vielen Toten und Verletzten.

Bis 1945: Zeit des Nationalsozialismus

  • 30.1.1933 → Die „Machtergreifung“ Adolf Hitlers beendet die Weimarer Republik. Reichspräsident Paul von Hindenburg ernennt ihn zum Reichskanzler.
  • 27.2.1933 → Der Reichstag brennt! Die Alleintäterschaft eines linksgerichteten Holländers scheint zweifelhaft. Viele vermuten die NSDAP hinter der Brandstiftung.
  • 20.3.1933 → Die Mandate aller kommunistischen Abgeordneten werden aberkannt.
  • 21.3.1933 → In Sachsenhausen, vor den Toren Berlins, wird für die inhaftierten Regimegegner das erste Konzentrationslager eröffnet.
  • 1.4.1933 → Erste organisierte Boykottaktionen gegen jüdische Geschäfte, Ärzte und Rechtsanwälte.
  • 10.5.1933 → Bücherverbrennung „wider den undeutschen Geist“ auf dem Platz vor der Alten Bibliothek (heute Bebelplatz).
  • 21.6.1933 → Beginn der „Köpenicker Blutwoche“, einer Verhaftungs-, Folter- und Mordaktion der SA gegen rund 500 Regimegegner.
  • Juli 1933 → Die Mandate aller sozialdemokratischen Abgeordneten werden aberkannt.
  • 1934/35 → Alle gewählten Gremien der Stadt werden aufgelöst. Die Verwaltung wird „gleichgeschaltet“.
  • 22.3.1935 → In Berlin startet das erste öffentliche Fernsehprogramm der Welt.
  • 1.8.1936 → In Berlin finden die 11. Olympischen Sommerspiele statt. Für diese Zeit sind in der Stadt keine antijüdischen Plakateund Hetzparolen zu sehen.
  • 1937 → Das 700-jährige Stadtjubiläum wird mit einer großen Feier begangen.
  • April 1937 → Architekt Albert Speer legt Hitler seinen ersten Entwurf zur radikalen Neugestaltung Berlins als Reichshauptstadt Germania vor.
  • 12.3.1938 → Mit der „Heimkehr“ Österreichs ins Reich wird Berlin Hauptstadt des „Großdeutschen Reiches“.
  • 9.11.1938 → “Reichskristallnacht”! SA- und SS-Männer setzen neun Berliner Synagogen in Brand, plündern und terrorisieren. Etwa 1.200 verhaftete jüdische Bürger werden zumeist in das Konzentrationslager Sachsenhausen deportiert.

Zweiter Weltkrieg

  • 1.9.1939 → Mit der Kriegserklärung an Polen beginnt der 2. Weltkrieg.
  • August 1940 → Erste Bombenangriffe auf Berlin durch britische Luftstreitkräfte.
  • 20.1.1942 → Auf der „Wannsee-Konferenz“ wird die „Endlösung der Judenfrage beschlossen.
  • 31.12.1942 → Berlins Bevölkerung erreicht mit 4.478.102 Einwohnern den Allzeithöchststand.
  • 18.2.1943 → Reichpropagandaminister Joseph Goebbels proklamiert im Berliner Sportpalast den „Totalen Krieg“.
  • Herbst 1943 → Die großräumigen Flächenbombardements durch anglo-amerikanische Luftstreitkräfte beginnen. Bis Kriegsende fallen 450.000 Tonnen auf Berlin. Die Innenstadt wird nahezu komplett zerstört. Rund 1,5 Millionen Einwohner werden obdachlos, mehr als 50.000 sterben. Viel später wird kritisiert, dass bei der Aufarbeitung dieser Tage auf jede nähere Analyse des Schicksals der Zivilbevölkerung in diesem Inferno verzichtet wurde.
  • 20.7.1944 → Der Attentatsversuch Obersts Claus Schenk Graf von Stauffenberg auf Adolf Hitler scheitert.
  • 21.4.1945 → Die Rote Armee überschreitet die Stadtgrenze. Die „Schlacht um Berlin“ beginnt.
  • 30.4.1945 → Hitler begeht in seinem Bunker Selbstmord.
  • 2.5.1945 → Die deutsche Wehrmacht stellt alle Kampfhandlungen ein. Für Berlin ist der Krieg beendet.
  • 8.5.1945 → Im Kasinosaal einer Wehrmachtskaserne im Berliner Ortsteil Karlshorst wird die förmliche Kapitulation für ganz Deutschland erklärt. Die Bevölkerungszahl Berlins ist von 4,3 auf 2,8 Millionen zurückgegangen, 600.000 Wohnungen sind zerstört.

Bis 1971: Teilung der Stadt 

  • Anmerkung: Bereits im Februar 1945 beschlossen die Alliierten auf der Konferenz von Jalta, Deutschland in vier Besatzungszonen und Berlin in vier Sektoren aufzuteilen.
  • Mai 1945 → Die sowjetische Stadtkommandantur setzt eine aus KPD-Mitgliedern bestehende Stadtverwaltung ein.
  • Sommer 1945 → Die sowjetischen Streitkräfte ziehen sich aus den Westsektoren zurück.
  • 1.7.1945 → Amerikanische, britische und französische Truppen besetzen die ihnen zugewiesenen Sektoren. Berlin wird weiter von einer gemeinsamen alliierten Kommandantur verwaltet. Schon bald gibt es erste Interessenskonflikte zwischen den Siegermächten zur Nachkriegsordnung Europas und insbesondere Deutschlands und Berlins. Die Stadt entwickelt sich in den folgenden Jahren zum Brennpunkt des „Kalten Krieges“.
  • 1946 → Auf Druck der sowjetischen Militärverwaltung vereinigen sich im Ostteil der Stadt KPD und SPD zur Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED).
  • 20.10.1946 → Mit einer Wahlbeteiligung von 92,3% wird Berlins erste Stadtverordnetenversammlung nach dem Krieg gewählt. Die SPD erhält 48,7% der Stimmen, die erst 1945 gegründete Christlich Demokratische Union (CDU) 22,2%, die SED 19,8% und die ebenfalls 1945 gegründete Liberal Demokratische Partei Deutschlands (LDP) 9%.
  • 24.6.1948 → Beginn der „Berlin-Blockade“ durch die Sowjetunion aufgrund der Streitigkeiten um die Währungsreform. Die West-Alliierten können West-Berlin nicht mehr über dem Land- und Wasserweg versorgen, da die drei Sektoren eine Enklave in der sowjetischen Besatzungszone ist.
  • 26.6.1948 → Beginn der „Berliner Luftbrücke“, der Versorgung von rund 2,2 Millionen Einwohnern sowie etwa 9000 amerikanische, 7600 britische und 6100 französische Soldaten mit ihren Angehörigen aus der Luft, als Antwort auf die Blockade.
  • 9.9.1948 → Ernst Reuter appelliert in seiner Rede vor der Ruine des Reichtages vor mehr als 300.000 Berlinern an die „Völker der Welt“, „diese Stadt und dieses Volk“ nicht preiszugeben.
  • 4.12.1949 → In West-Berlin wird die „Freie Universität Berlin“ gegründet.
  • 12.5.1949 → Die Sowjetunion hebt die Blockade der Berliner West-Sektoren wieder auf. Daraufhin stoppen die Westalliierten die gegen die sowjetische Besatzungszone verhängten Wirtschaftssanktionen. Der Zugang nach West-Berlin ist jedoch weiterhin nur über festgelegte Transitstrecken und Luftkorridore möglich.
  • 23.5.1949 → In den Westzonen Deutschlands wird die Bundesrepublik Deutschland (BRD) gegründet. Für Berlin bleibt der alliierte Sonderstatus erhalten.
  • 7.10.1949 → Gründung der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) in der sowjetischen Besatzungszone. Ost-Berlin wird Hauptstadt der DDR.
  • September 1950 → Ost-Berlin: Sprengung des Berliner Stadtschlosses, einem Symbol des „preußischen Feudalismus“.
  • 1.10.1950 → Die 1948 für die ganze Stadt verabschiedete Verfassung von Berlin tritt nur für die drei West-Berliner Sektoren in Kraft.
  • 18.1.1951 → Ernst Reuter (SPD) wird zum ersten Regierenden Bürgermeister von Berlin gewählt.
  • Sommer 1951 → Das Internationale Filmfest Berlinale findet erstmals statt.
  • August 1951 → Die 3. Weltfestspiele der Jugend und Studenten mit 26.000 Teilnehmern aus 104 Ländern findet in Ost-Berlin statt.
  • 4.1.1952 → Per „Gesetz über die Stellung Berlins im Finanzsystem des Bundes“ erhält West-Berlin finanzielle Hilfe des Bundes.
  • 29.3.1952 → Eröffnung des Englischen Gartens in West-Berlin.
  • 17.6.1953 → Der von Ost-Berlin ausgehende Volksaufstand gegen das SED-Regime und für freie Wahlen in ganz Deutschland, greift auf andere Städte der DDR über. Er wird von sowjetischen Truppen gewaltsam niedergeschlagen. Es gibt mehrere hundert Tote, über 1000 Verletzte und zahlreichen Verhaftungen.
  • 4.8.1953 → Der 17. Juni wird als nationaler Gedenktag zum „Tag der deutschen Einheit“ verankert.
  • 22.8.1953 → Das Notaufnahmelager Marienfelde für DDR-Flüchtlinge wird eröffnet.
  • 16.9.1955 → Die „Deutsche Lufthansa der DDR“ (ab 1959 „Interflug“) nimmt den Flughafen Schönefeld als ersten Verkehrsflughafen der DDR in Betrieb.
  • 30.11.1955 → Das wieder aufgebaute Ost-Berliner Rathaus wird an Oberbürgermeister Friedrich Ebert übergeben.
  • 1956 → Beginn des Baus der Stadtautobahn in West-Berlin.
  • 3.10.1957 → Willy Brandt (SPD) wird zum Regierenden Bürgermeister Berlins gewählt.
  • September 1958 → Die Quadriga auf dem Brandenburger Tor wird wiederaufgestellt.
  • 27.11.1958 → Angesichts des anhaltenden Flüchtlingsstroms aus der DDR über Berlin in den Westen fordert das „Chruschtschow-Ultimatum“ die drei Westalliierten zum Abzug auf und verlangt die Umwandlung des Westsektors in eine „entmilitarisierte freie Stadt“.
  • 18.6.1959 → Bundespräsident Theodor Heuss (FDP) bezieht Schloss Bellevue.
  • 1960 → Knapp 200.000 Menschen fliehen in diesem Jahr über die offene Sektorengrenze nach West-Berlin.
  • 15.6.1961 → Der DDR-Staatsratsvorsitzende, Walter Ulbricht, sagt: „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten”.
  • 25.7.1961 → US-Präsident John F. Kennedy verkündet die lebenswichtigen Interessen der westlichen Schutzmächte an Berlin: 1. Das Recht der Alliierten auf Anwesenheit in West-Berlin, 2. Das Recht der Alliierten auf freien Zugang zu West-Berlin und 3. Die Erhaltung der Lebensfähigkeit und des Rechts auf Selbstbestimmung für West-Berlin.
  • Juli 1961 → 30.415 Menschen flüchten nach West-Berlin. Das ist seit 1053 die höchste Zahl in einem Monat.
  • 13.8.1961 → Die DDR beginnt mit dem Mauerbau entlang der Sektorengrenze und riegelt somit beide Teile der Stadt voneinander ab.
  • 25.8.1961 → Nach 22 Jahren findet erstmals wieder die Internationale Funkausstellung statt.
  • 17.12.1961 → Der Neubau der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche wird geweiht.
  • 17.1.1963 → Der sowjetische Partei- und Staatschef Nikita Chruschtschow besucht Ost-Berlin.
  • 26.6.1963 → US-Präsident Kennedy besucht West-Berlin und hält seine berühmte Rede (…ich bin ein Berliner!). 
  • 19.12.1963 → Bis zum 5. Januar 1964. Besuchen 1,2 Mio. West-Berliner ihre Verwandten in Ost-Berlin.
  • 1.12.1966 → Willy Brandt tritt als Regierender Bürgermeister zurück wird Vizekanzler und Außenminister unter Bundeskanzler Kurt-Georg-Kiesinger.
  • 2.6.1967 → Während einer Protestdemonstration gegen den Besuch des Schahs von Persien in West-Berlin wird der Student Benno Ohnesorg durch einen Polizisten erschossen.
  • 2.10.1967 → Mit der Einstellung der Linie 55 endet in West-Berlin endet das Zeitalter der Straßenbahn. In Ost-Berlin fährt sie weiter.
  • 11.4.1968 → Der Berliner Studentenführer Rudi Dutschke überlebt das Attentat auf ihn, obwohl zwei Kugeln seinen Kopf treffen.
  • 27.2.1969 → US-Präsident Richard Nixon besucht West-Berlin.
  • 2.10.1969 → Die Weltzeituhr auf dem Alexanderplatz geht in Betrieb.
  • 3.10.1969 → Der Fernsehturm auf dem Alexanderplatz wird eröffnet.
  • 16.12.1969 → Die Westmächte schlagen der UdSSR Gespräche zur Lösung der Probleme um Berlin vor.
  • 26.3.1970 → Beginn dieser Gespräche.
  • 19.4.1970 → In Ost-Berlin wird das 19 Meter hohe Lenindenkmal enthüllt.
  • 31.1.1971 → Seit 1952 sind wieder zehn direkte Telefonleitungen zwischen West- und Ost-Berlin geschaltet.
  • 3.7.1971 → Die Verhandlungen zwischen dem Berliner Senat und der DDR-Regierung über “beiderseits interessierende Fragen” beginnen.

Bis 1989: Vom Vier-Mächte-Abkommen bis zum Mauerfall

  • 3.9.1971 → Das Vier-Mächte-Abkommen, welches die Bindungen zwischen Berlin und der Bundesrepublik Deutschland klärt, wird unterzeichnet.
  • 17.12.1971 → Das Transitabkommen über die Erleichterung des Verkehrs von und nach West-Berlin durch die DDR wird unterzeichnet.
  • 20.12.1971 → Die “Vereinbarung über Erleichterungen und Verbesserungen des Reise- und Besucherverkehrs” sowie die “Vereinbarung über die Regelung der Frage von Enklaven durch Gebietsaustausch” werden unterzeichnet.
  • 3.6.1972 → Das Vier-Mächte-Schlussprotokoll zum Berlin-Abkommen von 1971 wird unterzeichnet. Damit treten auch die Folgeabkommen zum Transitverkehr sowie den Reise- und Besuchsmöglichkeiten in Kraft.
  • 21.6.1973 → Der Grundlagenvertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR tritt in Kraft. Dieser vereinbart „die Entwicklung gutnachbarlicher Beziehungen auf gleichberechtigter Basis“.
  • 1.11.1974 → In West-Berlin wird der Flughafen Tegel eröffnet.
  • 10.11.1974 → Kammergerichtspräsident Günter von Drenkmann wird von der Bewegung 2. Juni getötet.
  • 27.2.1975 → Der Vorsitzende der Berliner CDU, Peter Lorenz, wird von der Bewegung 2. Juni entführt und bei einem Austausch gegen Inhaftierte Mitglieder der Bewegung 3. Juni am 4. März wieder freigelassen.
  • 1975 → Die Wiederaufbauarbeiten am Berlin Dom auf der Spreeinsel im Ost-Berliner Bezirk Mitte beginnen.
  • 23.4.1976 → Auf dem Gelände des ehemaligen Stadtschlosses im Ost-Berliner Bezirk Mitte wird der Palast der Republik eröffnet.
  • 15.12.1978 → In West-Berlin wird die neue Staatsbibliothek eröffnet.
  • 2.4.1979 → Auf dem Messegelände in West-Berlin wird das Internationale Kongresszentrum (ICC) eröffnet.
  • Juli 1981 → Die Zahl der besetzten Häuser in West-Berlin erreicht mit 165 ihren Höhepunkt. Die Hausbesetzerszene hatte sich als Reaktion auf den Wohnungsmangel bei gleichzeitigem spekulationsbedingtem Leerstand entwickelt.
  • 20.11.1982 → Die neue Transitautobahn nach Hamburg wird eröffnet.
  • 9.1.1984 → Die West-Berliner Verkehrsgesellschaft BVG übernimmt von der DDR-Reichsbahn den Betrieb der S-Bahn in West-Berlin.
  • 5.4.1986 → Beim Bombenanschlag auf die West-Berliner Diskothek “La Belle” sterben zwei Menschen, 193 werden verletzt.
  • 1987 → Die Bemühungen zu einer gemeinsamen 750-Jahr-Feier Berlins scheitern, sodass beide Teile der Stadt das Jubiläum in getrennten Veranstaltungen begehen.
  • 12.6.1987 → US-Präsident Ronald Reagan hält seine berühmte Rede vor dem Brandenburger Tor. Ersagt: „Mr. Gorbachev, open this gate. Mr. Gorbachev, tear down this wall”!“
  • 11.2.1988 → Im Ost-Berliner Schloss Niederschönhausen treffen sich der Regierende Bürgermeister Berlins, Eberhard Diepgen (CDU), mit dem DDR-Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker (SED). Gesprächsthemen sind u.a. Erleichterungen im Reise- und Besuchsverkehr sowie die Öffnung weiterer Grenzübergänge.
  • 10.11.1988 → Grundsteinlegung für den Wiederaufbau der Neuen Synagoge im Ost-Berliner Bezirk Mitte.
  • 1989 → Die Bürgerbewegung der DDR drängt die Staatsführung mit Forderungen nach Reformen im Land immer mehr in die Defensive.
  • 1.7.1989 → Die erste Loveparade findet mit rund 150 Techno-Fans statt. Das Musikfest findet mit circa 1,5 Millionen Teilnehmern ihren Höhepunkt 1999.
  • 7.10.1989 → Die DDR feiert in Ost-Berlin den 40. Jahrestag ihrer Gründung, unter den Gästen befindet sich auch der Partei- und Staatschef der UdSSR Michail Gorbatschow. Bei seiner Rede sagt er, dass er eine harte Gangart der DDR gegenüber den Flüchtlingen, die über die Grenzen von Ungarn und der Tschechoslowakei flüchteten, nicht zulassen würde.
  • 18.10.1989 → Erich Honecker erklärt seinen Rücktritt als Generalsekretär des ZK, vom Amt des DDR-Staatsratsvorsitzenden und Vorsitzenden des Nationalen Verteidigungsrates “aus gesundheitlichen Gründen“. Egon Krenz wird sein Nachfolger.
  • 4.11.1989 → Über 500.000 Bürger Ost-Berlins versammeln sich zu einer Demonstration auf dem Alexanderplatz mit der Forderung nach Recht auf Meinungs-, Presse- und Versammlungsfreiheit. Die SED-Führung verspricht Reiseerleichterungen in den Westen.

Bis heute: Mauerfall und Wiedervereinigung

  • 9.11.1989 → Grenztruppen lassen zunächst am Übergang Bornholmer Straße, später auch an anderen Grenzübergängen nach einer missverstandenen Äußerung des Politbüromitgliedes Günter Schabowski die dort wartenden Mengen passieren. Viele Ost-Berliner fahren noch in der Nacht nach West-Berlin. Am Brandenburger Tor erklimmen sie die Mauer, es herrschte Volksfeststimmung. Die innerdeutsche Grenze ist öffnet, die Mauer ist gefallen.
  • 18.3.1990 → Die ersten und einzigen freien Wahlen zur Volkskammer der DDR finden statt.
  • Mai 1990 → Die ersten freien Wahlen zur Stadtverordnetenversammlung Ost-Berlins seit 1946 finden statt.
  • 12.9.1990 → In Moskau wird der 2+4-Vertrag zwischen den Siegermächten des Zweiten Weltkrieges und den beiden deutschen Staaten unterzeichnet. Mit ihm wird die deutsche Einheit völkerrechtlich geregelt.
  • 3.10.1990 → In Berlin wird mit einem Staatsakt die Vereinigung Deutschlands vollzogen.
  • 2.12.1990 → Das Berliner Abgeordnetenhaus und der Deutsche Bundestag werden neu gewählt.

Berlin nach der Wiedervereinigung bis heute

  • 11.1.1991 → Das Abgeordnetenhaus wählten den ersten Gesamtberliner Senat.
  • 20.6.1991 → Der Deutsche Bundestag beschließt den Sitz von Regierung und Parlament nach Berlin, zur erklärten Hauptstadt des wiedervereinten Deutschlands, zu verlegen.
  • 1991 → Der Regierende Bürgermeister zieht vom Rathaus Schöneberg ins „Rote Rathaus“ im Bezirk Mitte um.
  • 1993 → Das Abgeordnetenhaus hat seinen neuen Sitz im Gebäude des ehemaligen Preußischen Landtages.
  • Sommer 1994 → Die amerikanischen, britischen, französischen und russischen Truppen verlassen mit Feiern und Paraden Berlin.
  • 22.10.1995 → Die Berliner Verfassung wird in einer Volksabstimmung mit 75,1 Prozent der abgegebenen Stimmen angenommen.
  • 19.4.1999 → Im neu gestalteten Reichstagsgebäude findet die erste Sitzung des Deutschen Bundestages statt.
  • 1999-2000 → Parlament und Bundesministerien nehmen ihre Arbeit in Berlin auf. Auch der Bundesrat ist jetzt in Berlin. Viele Staaten errichten Botschaften in der Hauptstadt.
  • Mai 2001 → Mit dem Bezug des Bundeskanzleramts, ist die Verlegung von Bundestag und Bundesregierung nach Berlin offiziell abgeschlossen.
  • 2002 → In Berlin fährt seit 100 Jahren die U-Bahn.
  • 30.6.2004 → Das neue Olympiastadion öffnet nach knapp vier Jahren Umbauphase.
  • 10.5.2005 → Das zentrale Holocaust-Mahnmal der Bundesrepublik Deutschland wird eingeweiht.
  • 26.3.2006 → Der Tiergartentunnel wird feierlich eröffnet. Täglich sollen rund 50.000 Autos durch ihn fahren und so die Innenstadt entlasten.
  • 26.5.2006 → Der Berliner Hauptbahnhof wird nach fast acht Jahren Bauzeit offiziell eröffnet.
  • 7.6. - 9.7. → Im Rahmen der Fußball Weltmeisterschaft finden in Berlin vier Gruppenspiele sowie das Viertelfinale und das Endspiel statt.
  • 13.6.2007 → Das Museum für Naturkunde wird am 13. Juni nach zweijähriger Renovierung wiedereröffnet.
  • 2009 → Das Berliner Olympiastadion ist Austragungsort der Leichtathletik-Weltmeisterschaft. Das Neue Museum mit der weltberühmten Büste der ägyptischen Königin Nofretete wird wiedereröffnet.
  • 2010 → 350 Jahre Staatsbibliothek, 300 Jahre Charité, 200 Jahre Humboldt-Universität, 100 Jahre Max-Planck-Gesellschaft.
  • 2012 → Berlin feiert sein 775-jähriges Bestehen.
  • 18.9.2016 → In Berlin regiert eine rot-rot-grüne Koalition aus SPD, Linken und Grünen.
  • 19.12.2016 → Bei dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche sterben 11 Menschen, 55 werden verletzt.
  • 2019 → Der zu Zeiten der DDR in Köpenick gegründete Fußballverein 1.FC Union Berlin steigt in die 1. Bundesliga auf.

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